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Papst räumt erstmals sexuellen Missbrauch von Nonnen durch Geistliche ein

5.2.2019 20:46 Uhr

In der langen Reihe von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche hat Papst Franziskus erstmals den sexuellen Missbrauch von Nonnen durch Priester und Bischöfe eingeräumt.

"Es gab Priester und auch Bischöfe, die das getan haben", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Dienstag auf eine entsprechende Frage an Bord eines Flugzeuges auf dem Rückflug aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bislang hatte sich Franziskus nicht zu dem Thema geäußert.

Mehrere Geistliche suspendiert

Derartige Vorfälle könnten "überall" geschehen, seien aber besonders häufig in "einigen neuen Kongregationen und in einigen Regionen", sagte der Papst. Die Kirchenspitze arbeite bereits "lange" an dem Thema. Mehrere Geistliche seien wegen Übergriffen suspendiert worden. Namen oder einzelne Länder nannte der Papst nicht. Zudem seien einige besonders betroffene Frauenkongregationen aufgelöst worden.

Die Kirche dürfe die Fälle nicht abstreiten, betonte der Papst. "Müssen wir noch mehr tun? Ja! Haben wir den Willen dazu? Ja!"

Die katholische Kirche wird seit Jahren von Missbrauchsaffären erschüttert und stürzte dadurch in eine tiefe Krise. Bislang waren vor allem Übergriffe auf Kinder und Jugendliche bekannt geworden.

(be/afp,)