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Papst nimmt nach Missbrauchsskandal Rücktritt von Kardinal an

23.3.2019 22:43 Uhr

Im Gegensatz zu Kardinal Barbarin, dessen Rücktritt Papst Franziskus nicht annehmen wollte, hat er dies bei dem chilenischen Kardinal Ricardo Ezzati Andrello nun getan.

Papst Franziskus hat im Missbrauchsskandal der chilenischen Kirche den Rücktritt des Kardinals Ricardo Ezzati Andrello als Erzbischof von Santiago de Chile akzeptiert. Dem 77-Jährigen wird Vertuschung von Missbrauch vorgeworfen. Die wichtige Erzdiözese in dem südamerikanischen Land solle nun vorübergehend der gebürtige Spanier Celestino Aós Braco leiten, teilte der Vatikan am Samstag mit.

Ermittlungen gegen Ezzati gehen weiter

Am Freitag hatte ein Berufungsgericht in Chiles Hauptstadt der Staatsanwaltschaft die Erlaubnis gegeben, die Ermittlungen gegen Ezzati weiterzuführen, wie das Vatikan-Nachrichtenportal Vaticannews berichtete. Ezzati hatte zuvor einen Antrag auf Abweisung eingereicht. Der Kardinal weist die Anschuldigungen gegen ihn zurück.

Vor einem Jahr wurde der Papst selbst in den Missbrauchsskandal in dem Land verwickelt, als er einen Bischof - der einen Missbrauchstäter gedeckt haben soll - zunächst schützte.

(be/dpa)