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Papst Franziskus räumt Korruptionsskandal ein

26.11.2019 23:38 Uhr

Ja, Anfang Oktober sei ein Korruptionsfall bekannt geworden und nein, "es ist nicht gut, dass sie im Vatikan geschehen sind", so Papst Franziskus auf dem Rückweg aus Japan.

"Es wurden Dinge getan, die nicht sauber waren", sagte Franziskus vor Journalisten. Allerdings habe der Fall gezeigt, dass die "internen Mechanismen" im Vatikan zur Aufdeckung solcher Skandale funktionierten, fügte der Papst hinzu. Franziskus bezog sich auf einen Anfang Oktober öffentlich gewordenen Finanzskandal im Vatikan, in dem es um Kirchenspenden geht, die unter anderem in fragwürdige Immobiliengeschäfte in London geflossen sein sollen. Die vatikanische Justiz ermittelt in dem Fall gegen fünf Mitarbeiter der Kurie, darunter ein Staatssekretär und der Direktor der vatikanischen Finanzüberwachung AIF, Tommaso Di Ruzza.

Skandal "von innen" aufgedeckt

Es sei das erste Mal, dass ein Skandal im Vatikan "von innen und nicht von außen" aufgedeckt werde, sagte der Papst. Dies sei durch die Transparenzreformen seines Vorgängers Benedikt XVI. möglich geworden, sagte Franziskus. "Ich danke Gott, dass das Kontrollsystem im Vatikan gut funktioniert", fügte der Pontifex hinzu. Der interne Wirtschaftsprüfer im Vatikan habe erkannt, dass "hier etwas nicht stimmt", sagte Franziskus. Er habe dem Prüfer daraufhin empfohlen, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Diese habe weitere "obskure" Entdeckungen gemacht und um die Erlaubnis für die Durchsuchung von fünf Behörden im Vatikan gebeten. Die in dem Fall der Korruption Verdächtigen sollen laut Franziskus innerhalb des kommenden Monats angehört werden.

AIF "die Verbrechen anderer nicht kontrolliert"?

Wegen des Skandals hatte Franziskus Mitte November auf die Verlängerung der Amtszeit des obersten vatikanischen Finanzaufsehers René Brülhart verzichtet. Der AIF-Präsident hatte zuvor den in dem Fall unter Beschuss gekommenen Behördendirektor Di Ruzza in Schutz genommen. Es scheine, dass die AIF "die Verbrechen anderer nicht kontrolliert" habe, kritisierte der Papst, der nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen einen neuen Präsidenten für die Aufsicht ernennen will.

(be/afp)

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