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Papst: Es geht nicht "um fressen und hamstern, sondern um teilen und geben"

24.12.2018 22:32 Uhr

In der traditionellen Christmette an Heiligabend hat Papst Franziskuz zum Teilen mit den Armen aufgerufen. Die Menschen seien "gierig und fresssüchtig" geworden.

Für viele sei "das Anhäufen von Dingen" zum Lebensinhalt geworden, sagte der Papst am Montagabend im Petersdom in Rom. "Wir müssen den Gipfel des Egoismus überschreiten."

"Unersättliche Gier"

"Eine unersättliche Gier durchzieht die menschliche Geschichte, bis zu den Paradoxa von heute: Während einige sich Festmahlen hingeben, haben viele andere kein Brot zum leben", fuhr Papst Franziskus fort. "Man darf nicht in die Schluchten des mondänen Lebens und des Konsumismus abrutschen", forderte er. Der kleine Körper des Kindes in Bethlehem habe ein neues Lebensmodell entworfen, sagte das Oberhaupt von weltweit 1,3 Milliarden Katholiken in Bezug auf die Geburt Jesu, der Christen an Heiligabend gedenken. Dabei gehe es nicht um "fressen und hamstern, sondern um teilen und geben", predigte Franziskus. "Fragen wir uns: An Weihnachten, teile ich mein Brot mit dem, der keines hat?"

Häufige Besuche in den Armenvierteln Argentiniens

Der aus Argentinien stammende Papst hatte als Priester Jorge Bergoglio früher in Buenos Aires häufig die Armenviertel besucht. Franziskus ist geprägt von der "Volkstheologie", der argentinischen Variante der sozialistisch geprägten "Befreiungstheologie".Am Montagabend leitete der Papst zum sechsten Mal die Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan. Am Dienstag (12.00 Uhr) richtet der 82-Jährige von der Loggia des Petersdoms aus seine Weihnachtsbotschaft an die Welt und spendet den feierlichen Papstsegen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis).

(be/afp)