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Palästinenser offen für Frieden

10.4.2019 0:09 Uhr

Anlässlich der Parlamentswahlen in Israel hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gesagt, dass Frieden in der Region im Interesse des eigenen Volkes ist. "Wir hoffen nur, dass sie (die Israelis) dem richtigen Weg zum Frieden folgen", sagte Abbas nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa am Dienstag in Ramallah. "Unsere Hand ist immer für Verhandlungen ausgestreckt, aber wir werden unsere Rechte nicht aufgeben." Die Israelis müssten an den Verhandlungstisch kommen.

Israel wählte am Dienstag ein neues Parlament. Es wurde ein knappes Ergebnis zwischen der Likud-Partei des konservativen Regierungschefs Benjamin Netanjahu und dem Mitte-Bündnis Blau-Weiß seines Herausforderer Benny Gantz erwartet. Der seit 2014 auf Eis liegende Friedensprozess spielte im Wahlkampf nur eine untergeordnete Rolle.

Mit einem deutlichen Rechtsruck hatte Netanjahu noch kurz vor der Wahl in einem Interview die Annektierung bereits israelisch besiedelter Gebiete im Westjordanland in Aussicht gestellt. Einem unabhängigen Palästinenserstaat erteilte er eine Absage.

Gantz für Frieden mit Palästinensern

Gantz hat sich für eine Friedensregelung mit den Palästinensern ausgesprochen.

US-Präsident Donald Trump will nach der Wahl seinen lange erwarteten Friedensplan zur Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern präsentieren. Abbas betonte erneut, er werde keinen Friedensplan der Amerikaner akzeptieren, "was auch immer das sein werde", berichtete Wafa. Die Palästinenser lehnten den Plan ab, weil er ihre Ansprüche nach internationalem Recht umgehe, sagte Abbas demnach.

Israel hat 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser fordern diese Gebiete für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

(an/dpa)