Symbolbild: imago images/Westend61

Palästinenser greifen saudischen Aktivist an

23.7.2019 20:06 Uhr

In der Altstadt Jeruslames haben Palästinenser einen saudi-arabischen Medienaktivisten attackiert, der auf Einladung des israelischen Außenministeriums im Land ist. Videos zeigten, wie der Mann auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) angespuckt, beschimpft und im Markt in der Altstadt mit Plastikstühlen beworfen wurde.

Menschen riefen: "Schande über Dich" und "Bete nicht hier". Das israelische Außenministerium kritisierte die Attacken am Dienstag scharf.

Der Arabische und nahöstliche Journalistenverband hatte bereits betont, jegliche "Normalisierung mit dem zionistischen Feind (Israel)" abzulehnen. Der Konflikt zwischen Israel und den Arabern werde erst mit dem Ende der israelischen Besatzung der Palästinensergebiete und anderer arabischer Gebiete gelöst werden.

Instrumentalisierung heiliger Orte

Ein Sprecher des Außenministeriums schrieb auf Twitter: "Wir verurteilen das gewalttätige und unmoralische Verhalten einiger Palästinenser an der Al-Aksa-Moschee gegenüber dem saudischen Medienaktivisten, der nach Jerusalem gekommen ist, um eine Brücke für den Frieden und die Verständigung zwischen den Völkern zu sein. Diese (Menschen) nutzen auf abscheuliche Weise die heiligen Orte als politisches Instrument."

Derzeit besuchen sechs Journalisten und Medienaktivisten aus dem arabischen Raum Israel. Nach israelischen Angaben sind erstmals Medienvertreter aus Saudi-Arabien und dem Irak Teil der Delegation. Israel unterhält keine diplomatischen Beziehungen mit beiden Ländern.

Israel hat 1967 im Sechs-Tage-Krieg unter anderem die Golanhöhen, das Westjordanland, den Gazastreifen und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser fordern das Westjordanland, den Gazastreifen und Ost-Jerusalem allerdings für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Der Tempelberg mit der Klagemauer sowie der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom ist Juden wie Muslimen heilig.

(an/dpa)

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