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Pakistan soll Afghanistan im Friedensprozess unterstützen

28.6.2019 7:17 Uhr

Bei seinem Besuch in Pakistan hat der afghanische Präsident Aschraf Ghani das Nachbarland um Unterstützung im Friedensprozess gebeten. "Ghani möchte, dass wir sicherstellen, dass die Taliban auch mit seiner Regierung sprechen, bevor ein Friedensabkommen mit den Amerikanern erzielt wird", sagte ein pakistanischer Regierungsbeamter, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Ghani hat am Donnerstagmorgen einen zweitägigen Staatsbesuch in Islamabad begonnen. Die Beziehungen zwischen den Nachbarländern sind seit vielen Jahren angespannt und von Misstrauen geprägt. Afghanistan beschuldigte in der Vergangenheit immer wieder Pakistan, die radikalislamischen Taliban zu unterstützen. Gleichzeitig wirft Pakistan dem Nachbarland vor, Militanten Zuflucht zu gewähren, die in Angriffe innerhalb Pakistans verwickelt seien.

Politische Lösung des langjhährigen Konflikts

Der Besuch kommt zu einer Zeit, in der die Bemühungen um eine politische Lösung des langjährigen Afghanistan-Konflikts von mehreren Seiten verstärkt werden. Die USA sprechen seit Juli des Vorjahres mit hochrangigen Vertretern der radikalislamischen Taliban über Wege zum Frieden.

Eine weitere USA-Taliban-Gesprächsrunde beginnt am Samstag im Golfemirat Katar. US-Außenminister Mike Pompeo drückte bei einem Besuch in Kabul diese Woche die Hoffnung aus, dass es bis Anfang September zu einem Friedensschluss komme. Die Aufständischen weigern sich allerdings weiterhin, mit der Regierung in Kabul zu sprechen, die sie als Marionette des Westens betrachten.

Pakistan wird immer wieder großer Einfluss auf die afghanischen Taliban nachgesagt. Viele Taliban-Führer sollen mit ihren Familien in der südwestlichen Provinz Baluchistan leben. Auch Deutschland und Katar bemühen sich, einen innerafghanischen Dialog in die Wege zu leiten.

(an/dpa)

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