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Paddy Ashdown nach Krebserkrankung gestorben

22.12.2018 23:02 Uhr

Der frühere Hohe Repräsentant der Vereinten Nationen für Bosnien und Herzegowina, der Brite Paddy Ashdown, ist im Alter von 77 Jahren verstorben.

Dies teilte die britische Liberaldemokratische Partei am Samstag mit, an deren Spitze Ashdown von 1988 bis 1999 gestanden hatte. Ashdown habe einen "unermesslichen Beitrag zur Förderung der Sache des Liberalismus" geleistet, erklärte seine Partei. Er werde "schmerzlich vermisst" werden. Im November hatte Ashdown öffentlich gemacht, dass er an Blasenkrebs litt.

Bemerkenswerter Diplomat

Nach seiner Zeit als Marineinfanterist war Ashdown ins Außenministerium in London gewechselt, das ihn als Diplomat der britischen UN-Delegation in Genf entsandte. Als UN-Beauftragter trimmte er Bosnien und Herzegowina von 2002 bis 2006 mit harter Hand auf ein funktionstüchtiges Regierungssystem. Dabei entließ er Dutzende serbische Amtsträger wegen mutmaßlicher Verwicklungen in Kriegsverbrechen. 2008 wollte der damalige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dass Ashdown die Nachfolge des Deutschen Tom Koenigs als UN-Gesandter für Afghanistan antritt. Weil die Regierung in Kabul den Briten jedoch ablehnte, erklärte er seinen Verzicht auf den Posten. Ashdown wurde für seine Verdienste mehrfach von der britischen Königin Elizabeth II. geehrt.

(be/afp)