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Osttürkei: Erdbeben in Elazig tötet mindestens 21 Menschen

25.1.2020 9:09 Uhr

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 sind im Osten der Türkei mindestens 21 Menschen gestorben, mehr als 1000 wurden verletzt. Zahlreiche Häuse stürzten ein, staatliche Medien berichten von rund 30 Menschen, die unter den Trümmern verschüttert liegen sollen - bei Minusgraden. Eine Frau konnte ihrer Familie per Handy ihre Position durchgeben und wurde von den Rettungskräften 13 Stunden nach dem Einsturz gerettet.

Mit dem Morgengrauen wurde die ganze Zerstörung durch das Erdbeben erst sichtbar (Bild: dha)

Das Erdbeben hatte sein Zentrum mit der Stärke 6,8 in der Provinz Elazig im Bezirk Sivrice und ereignete sich um 20:55 Uhr Ortszeit. Hunderte kleinere Nachbeben folgten.

Glück im Unglück

Eine Frau wurde in den Trümmern ihrer Wohnung begraben. Das fünfstöckige Haus, in derem dritten Stock die Frau lebt, brach über Gülsüm Ince zusammen und begrub sie unter sich. Sie schaffte es, mit ihrem Handy ihre Familie zu benachrichtigen, die die Rettungsteam vom türkischen Katastrophenschutz AFAD an die richtige Position dirigiterte. Nach 13 Stunden konnte Gülsüm Ince aus den Trümmern befreit und in ein Krankenhaus zur Behandlung gebracht werden.

Nach 13 Stunden unter den Trümmern endlich befreit (Bild: dha)

Genesungswünsche und Kondolenzen von Präsident Erdogan

Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, es würden alle Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. In einem Tweet wünschte er den Verletzten schnelle Heilung und den Toten die Gnade Gottes. Außerdem habe er mehrere Minister in die Region entsandt, darunter Gesundheitsminister Fahrettin Koca und Innenminister Süleyman Soylu.

Zahlreiche Häuser sind oder stehen kurz vor dem Zusammenbruch (Bild: dha)

Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, es seien Krisenstellen eingerichtet worden, um Such- und Rettungsmissionen zu unterstützen. Das Militär ließ mitteilen, es stehe bereit, falls seine Hilfe benötigt werde. Die Katastrophenschutzbehörde meldete, sie habe Hunderte Helfer sowie Zelte, Betten und Decken in die Region geschickt.

Mesut Özil twittert für Elazig

In sozialen Medien äußerten sich viele Menschen bestürzt, darunter der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und der türkischstämmige Fußballer Mesut Özil. "Meine Gebete sind mit allen, die von dem Erdbeben in der Türkei betroffen sind", schrieb der deutsche Ex-Nationalspieler auf Twitter. Borrell sprach dem türkischen Volk seine Solidarität und den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Die Türkei ist besonders erdbebengefährdet. Eines der tödlichsten Beben war eines der Stärke 7,6 im Jahr 1999 mit Epizentrum in Gölcük südöstlich von Istanbul. Damals gab es Zehntausende Verletzte und Tote.

Rund 1000 Häuser haben schwere Schäden davongetragen oder sind ganz eingestürzt (Bild: dha)
(be/dpa/dha)

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