dpa

Ostritzer kaufen Biervorräte gegen Nazi-Festival auf

23.6.2019 12:50 Uhr

Am Wochenende sollte in Ostritz das rechtsextreme "Schild und Schwert Festival" stattfinden. Die Polizei verhängte ein Alkoholverbot auf dem Gelände und beschlagnahmte das dortige Bier. Damit sich die Teilnehmer nicht im Supermarkt mit Bier eindecken und damit das Alkoholverbot umgehen, griffen die Ostritzer mit Hilfe des Internationalen Begegnungszentrum des Kloster Sankt Marienthal (IBZ) zu kreativen Maßnahmen: sie kauften kurzerhand alles Bier im Supermarkt des Ortes auf.

"Wir sind froh, dass wir damit ein Zeichen setzen konnten für Bürgerengagement", sagte der Vorstandsvorsitzende der IBZ-Stiftung, Michael Schlitt, am Sonntag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Man habe auch damit klar gemacht, dass man in Ostritz keine Neonazis wolle.

Nach der gerichtlichen Bestätigung des Alkoholverbots für das Rechtsrock-Konzert auf dem Gelände eines früheren Hotels hatte die Polizei 4200 Liter Bier dort beschlagnahmt und bei Kontrollen der Anreisenden rund 200 Liter alkoholische Getränke eingezogen.

Mehr als 100 Kästen Bier gekauft

In einer Spontanaktion kauften dann die Ostritzer laut Schlitt deutlich mehr als 100 Kästen Bier in einem Supermarkt auf. Es könne ja nicht sein, dass auf dem Gelände ein Alkoholverbot gelte und dann vor dem Markt Alkohol in großen Mengen getrunken werde. "Ich denke, dass wir damit geholfen haben, das Alkoholverbot umzusetzen." Wie teuer der Einkauf war, wollte Schlitt nicht sagen. "Das können Sie sich ja ausrechnen."

Die Biervorräte seien nun erstmal eingelagert und sollten dann in absehbarer Zeit mit den engagierten Helfern getrunken werden. "Wir werden in Kürze ein schönes Fest feiern und die Leute zu einem kleinen Umtrunk einladen", kündigte Schlitt an.

(be/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.