imago images / Agencia EFE

Oppositionskandidat wirft Morales Wahlbetrug vor

22.10.2019 14:32 Uhr

Der Kandidat der bolivischen Opposition, Carlos Mesa, hat seinem Konkurrenten Evo Morales Betrug bei der Präsidentschaftswahl vorgeworfen. Er wolle das Ergebnis nicht anerkennen, so Mesa am Montag.

Zuvor hatten neue Teilergebnisse daraufhin hingedeutet, dass Morales die Wahl doch in der ersten Runde gewinnen könnte - und damit nicht in die Stichwahl muss.

Die Wahlbeobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) äußerte sich "zutiefst besorgt und erstaunt" über diesen "drastischen" Trendwechsel bei den Ergebnissen. Dieser sei nur "schwer zu erklären".

Doch keine Stichwahl?

Nach der Veröffentlichung von Teilergebnissen am Sonntagabend hatte alles auf eine Stichwahl zwischen Amtsinhaber Morales und seinem Rivalen Mesa hingedeutet. Laut neuen Teilergebnissen vom Montag könnte Morales sich aber im ersten Wahlgang durchgesetzt haben.

Für einen Sieg in der ersten Runde benötigt ein Kandidat nach bolivianischem Wahlrecht entweder mehr als 50 Prozent der Stimmen oder mehr als 40 Prozent und mindestens zehn Punkte Abstand zum Zweitplatzierten. Dieser Abstand zwischen Morales und Mesa hatte sich zuletzt den zehn Punkten genährt.

Umstrittene vierte Amtszeit

Bislang hatte Morales, der erste indigene Staatschef des südamerikanischen Landes, alle Präsidentschaftswahlen im ersten Wahlgang gewonnen. Die Kandidatur des seit 2006 regierenden Morales für eine vierte Amtszeit ist umstritten. Boliviens Verfassung verbietet eigentlich eine vierte Amtszeit. Das oberste Wahlgericht hatte jedoch im vergangenen Dezember eine erneute Kandidatur Morales' genehmigt.

(be/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.