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Oppositioneller in Thailand unter Druck der Justiz

6.4.2019 11:28 Uhr

Einem populären Oppositionspolitiker in Thailand droht eine Anklage wegen Aufwiegelung. Thanathorn Juangroongruangkit musste deshalb am Samstag auf einer Polizeiwache in Bangkok erscheinen. Der Milliardär steht an der Spitze der neuen Partei Future Forward, die vor allem bei jungen Wählern beliebt ist. Sie setzt sich gegen die regierende Militärjunta ein.

Hunderte von Thanathorns Unterstützern versammelten sich am Samstagvormittag vor der Polizeiwache. Sie trugen T-Shirts mit seinem Gesicht und Banner mit der Aufschrift "Raus mit dem Militär". Der Oppositionsführer und mehrere Mitglieder seiner Partei twitterten unterdessen Bilder aus dem Gebäude. Sie zeigen, wie er seine Fingerabdrücke abgibt. Vertreter ausländischer Botschaften und der Vereinten Nationen waren erschienen, um den Vorgang zu beobachten. Bei den Vorwürfen geht es laut Thanathorn um eine Demonstration im Jahr 2015. Er sagte nach dem Termin auf der Wache, ihm würden "Aufwiegelung zu Unruhen, Fluchthilfe für einen Verdächtigen und die illegale Versammlung von mehr als zehn Menschen" vorgeworfen. Er wies die Vorwürfe zurück.

Juangroongruangkit seit vier Jahren im Fadenkreuz der Justiz

Gegen den Oppositionspolitiker läuft bereits ein Verfahren, weil er bei einer Live-Diskussion auf Facebook im vergangenen Jahr falsche Informationen über die Militärregierung verbreitet haben soll. Im Mai 2014 hatte das Militär in Thailand gegen die damalige Regierungschefin Yingluck Shinawatra geputscht. Die Regierung hatte danach versprochen, die Macht binnen 18 Monaten an eine Zivilregierung zu übergeben. Die Parlamentswahl wurde aber mehrfach verschoben und fand schließlich erst Ende März statt.

Eine Anti-Junta-Koalition, zu der auch die Future Forward Party gehört, nimmt für sich in Anspruch, die Wahl gewonnen zu haben. Das amtliche Endergebnis soll Anfang Mai vorliegen. Viele von Thanathorns Anhängern halten die Vorwürfe gegen ihn für politisch motiviert. Woranuch Sirithonchai war am Samstag extra aus dem drei Stunden entfernten Ort Rayong angereist, um ihn zu unterstützen. "Dieser Vorfall war im Jahr 2015, warum laden sie ihn also erst jetzt vor", sagte sie. "Doch nur, weil er jetzt so populär ist."

(ce/afp)

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