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Opposition ruft zum Generalstreik auf

22.5.2019 22:03 Uhr

Im Sudan haben Teile der Opposition zu einem Generalstreik aufgerufen. Grund sind die erfolglosen Verhandlungen zwischen Opposition und Militär über eine Übergangsregierung. Man erwarte von allen Akteuren, dass sie sich zu einem Streik und zu zivilem Ungehorsam bereit zeigten, hieß es am Dienstag vom Gewerkschaftsbündnis SPA, das die Massenproteste der vergangenen Wochen organisiert hatte. Details dazu wurden nicht genannt.

Sudans Langzeitmachthaber Omar al-Baschir war nach drei Jahrzehnten an der Macht im April von den Streitkräften gestürzt worden. Seitdem ringen das Militär und die Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung, die den Weg für freie Wahlen ebnen soll.

Vergangene Woche einigten sie sich auf eine dreijährige Übergangsphase und einen Legislativrat, der zu zwei Dritteln von der Opposition besetzt werden soll. Allerdings streiten sich beide Seiten noch darum, wer im höchsten Regierungsorgan, dem Souveränen Rat, das Sagen haben wird.

Sitzblockade in Khartum

Die Verhandlungen in der Nacht zum Montag und zum Dienstag endeten ohne Einigung. Am Dienstagabend sollten die Gespräche weitergehen. Demonstranten haben seit dem Putsch durchgehend mit einer Sitzblockade in Khartum protestiert und fordern einen schnellen Wechsel zu einer weitgehend zivilen Übergangsregierung.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin erklärte, Sudanesen hätten mit friedlichen Demonstrationen Diktator Al-Baschir zu Fall gebracht und die Armee habe sie dabei unterstützt. Der militärische Übergangsrat im Sudan solle jetzt nicht auf halbem Wege kehrt machen, sondern seiner Verantwortung gerecht werden und die Macht an eine zivil geführte Regierung übergeben. "Je schneller dies geschieht, umso schneller kann der Wiederaufbau des Landes beginnen", hieß es.

(an/dpa)