Hürriyet

Opposition kritisiert MHPs "Freies-Brot-Kampagne"

22.10.2020 15:36 Uhr

Die Opposition übt scharfe Kritik an der Kampagne "Freies Brot" der MHP. Vielmehr soll sie den Koalitionspartner AKP dazu zwingen, die Wirtschaft zu reformieren. Damit könnte man nachhaltig die Armut im Land beseitigen.

"Wir weisen darauf hin, dass sie eine kostenlose Brotkampagne starten - zu einem Zeitpunkt, an dem sie erklären, die Wirtschaft erhole sich. Das heißt, einer von ihnen lügt. Entweder die Wirtschaft erholt sich oder man muss kostenloses Brot verteilen", sagte Meral Aksener, Vorsitzende der IYI-Partei, am 20. Oktober im Parlament.

Opposition sieht Wirtschaftspolitik am Ende

Auch Kemal Kilicdaroglu, Vorsitzender der CHP, sieht in der Brotkampagne ein Zeichen für den Zusammenbruch der Wirtschaftspolitik der Regierung.

"Wir sind also an einem Punkt angekommen, an dem wir kostenlos Brot verteilen müssen. Was für ein visionäres Projekt. Kein anderes Projekt könnte die Armut und die Demütigung, unter der wir dank der Regierung leiden, besser darstellen", sagte er: "Wir leben im 21. Jahrhundert und sie verteilen kostenlos Brot."

Diskretere Wege Armen zu helfen

Dabei hat das kostenlose Verteilen von Essen in der Türkei eine jahrhundertelange Tradition. Doch dies passiert nicht öffentlich, sondern diskret, um die Armen nicht zu demütigen. So kann man in der Türkei ein Brot kaufen und zwei bezahlen. Das zweite Brot geht dann an Bedürftige.

MHP-Chef Devlet Bahceli antwortete auf die Kritik und erklärte, dass die Idee für die Kampagne kam, nachdem die Istanbuler Handelskammer den Preis für ein Kilogramm Brot von 6,25 auf 7,5 türkische Lira (rund 81 Cent) erhöht hatte. "Wir wollten unseren einkommensschwachen Bürgern helfen, ohne ihre Ehre zu verletzten", betonte Bahceli: "Wir sehen die Kampagne als Ausdruck von Zusammengehörigkeit."

(an)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.