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Opfer schwer verletzt aufgetaucht

13.5.2019 15:39 Uhr

Am Freitag sollte ein Kioskbesitzer aus Wuppertal über seine Entführung im Jahr 2015 aussagen, doch er erschien nicht zu dem angesetzten Termin. Anscheinend wurde er zum zweiten Mal entführt. Am Samstagabend tauchte der Mann aus Wuppertal wieder auf - schwer verletzt und nicht vernehmungsfähig.

Anscheinend sei er von seinen Entführern freigelassen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Dass er sich selbst befreit habe, sei in seinem Zustand eher unwahrscheinlich. Der Mann sei am späten Samstagabend an einem Krankenhaus erschienen, liege nun auf der Intensivstation und sei nicht vernehmbar.

Man gehe auch aufgrund der Spurenlage am Tatort davon aus, dass der Mann erneut entführt worden sei, so der Staatsanwalt. Außerdem sei eine Lösegeldforderung bei der Familie des Opfers eingegangen. Am Freitag sollte der Mann als Opfer der ersten Entführung im Jahr 2015 vor Gericht aussagen, war aber nicht gekommen.

Geständnis im Fall der ersten Entführung

Dass es darum ging, mit der zweiten Entführung seine Aussage zu verhindern, gilt als unwahrscheinlich: Der Angeklagte in dem Prozess hatte zuvor bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt. Laut WDR war der Mann am Donnerstagabend aus seinem Kiosk in Wuppertal verschwunden. In einem Hinterzimmer soll Blut auf dem Boden entdeckt worden sein.

Angeklagt in dem Prozess am Landgericht ist ein 40-jähriger Deutscher, der nach langer Suche mit internationalem Haftbefehl im Januar 2019 in Polen festgenommen wurde. Ihm wird Menschenraub und Erpressung vorgeworfen. Vom Bruder des Opfers soll er damals 70 000 Euro Lösegeld verlangt haben. Nach der Lösegeldzahlung war der Mann freigekommen.

(be/dpa)