dpa

Opfer mussten andere Kinder sexuell missbrauchen

13.5.2019 11:11 Uhr

Bei den Ermittlungen zur Missbrauchsserie auf einem Campingplatz im ostwestfälischen Lügde ist einem Bericht zufolge zutage gekommen, dass mehrere der Opfer ihrerseits gezwungen wurden, andere Kinder sexuell zu missbrauchen. Die Beschuldigten sollen die Kinder dabei gefilmt haben.

Dies trat nach Informationen des "Westfalen-Blatts" vom Montag bei den Ermittlungen zutage. In den kommenden Tagen dürften nach Informationen der Zeitung in dem Missbrauchsfall erste Anklagen erhoben werden. Der Hauptbeschuldigte soll den Ermittlern zufolge 28 Opfer missbraucht haben, sein Komplize 18. Wie die Zeitung weiter berichtete, waren einige Vergewaltigungsopfer noch kleine Kinder. Aus der Ermittlungsakte ergibt sich der Zeitung zufolge außerdem, dass missbrauchte Kinder auf dem Campingplatz gezwungen worden sein sollen, an anderen Kindern schwerste Sexualstraftaten vorzunehmen. Sie sollen dabei von dem Hauptverdächtigen dirigiert worden sein, der die Taten auch aufgenommen haben soll.

Missbrauchsfälle seit den frühen 90er Jahren

Zu den frühesten Missbrauchsfällen des Hauptbeschuldigten soll es bereits in den 90er Jahren gekommen sein. Sie sind inzwischen verjährt. Die Missbrauchsserie von Lügde im Kreis Lippe wurde Ende Januar bekannt. Bislang sind 41 Opfer identifiziert. Die meisten der betroffenen Kinder waren zur Tatzeit zwischen drei und 14 Jahre alt. Sie sollen auf dem Campingplatz Eichwald über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren missbraucht worden sein.

Acht Beschuldigte

Die Ermittlungen richten sich gegen acht Beschuldigte. Neben einem 56-jährigen Dauercamper als Hauptverdächtigem sitzen zwei weitere Tatverdächtige in Untersuchungshaft.Derweil will die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen die Zahl der Ermittler gegen Kinderpornografie im Landeskriminalamt (LKA) mehr als verdoppeln. Bislang sind zwölf Beamte vorwiegend mit der Sichtung und Bewertung von Fotos und Filmen mit kinderpornografischem Inhalt befasst, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Montag berichtete. In Kürze sollen es demnach 32 sein.Für die 20 neuen Stellen warb Nordrhein-Westfalen laut dem Bericht extern Personal an. Die Stellenausweitung habe Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) bereits im Herbst 2018 angeordnet, betonte ein Ministeriumssprecher - also bereits vor Bekanntwerden des Missbrauchsskandals von Lüdge.

(be/afp)