epa/Sergei Ilnitsky

Odessa gedenkt der Opfer

3.5.2019 7:07 Uhr

In der ukrainischen Hafenstadt Odessa haben zum fünften Jahrestag der Unruhen Hunderte Menschen der 48 Toten mit Schweigeminuten und Blumen gedacht. Etwa 2500 Polizisten sicherten die Veranstaltungen ab, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Darunter seien 650 paramilitärische Nationalgardisten gewesen.

Am 2. Mai 2014 waren nach dem prowestlichen Regierungssturz vom Februar bei Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des Umsturzes im Zentrum der Millionenstadt sechs Menschen erschossen worden. Im anschließend in Brand gesetzten Gewerkschaftshaus, dem Rückzugsort der Gegner des Umsturzes, kamen weitere 42 Menschen großteils infolge des Feuers ums Leben. Mehr als 200 wurden bei den Krawallen verletzt.

"Abscheuliches Verbrechen"

Die Leiterin der UNO-Menschenrechtsvertretung im Land, Fiona Frazer, erhob schwere Vorwürfe gegen die Behörden. "Die Ermittlungen der Polizei bezüglich der Massenunruhen waren selektiv und voreingenommen", sagte sie lokalen Medien zufolge. Fünf der sechs Morde im Zentrum seien nicht aufgeklärt. Ebenso gebe es keine Ergebnisse zu den 42 Toten im Gewerkschaftshaus, sagte sie. "Die ineffektiven Ermittlungen und die fehlende Verantwortung spiegeln die Unvollkommenheit der Rechtsprechung der Ukraine wider."

Russland kritisierte, dass die Verantwortlichen für dieses "abscheuliche Verbrechen" noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden seien. Trotz Forderungen internationaler Organisationen nach gründlicher Aufklärung «behindert dies Kiew hartnäckig», heißt es in einer Stellungnahme des Außenministeriums in Moskau. Dies lasse den Rückschluss zu, dass die ukrainische Führung daran beteiligt gewesen sein könnte. Der Westen schweige zu all dem.

(an/dpa)