Foto: Marius Becker/dpa

Nur rund 500 Menschen demonstrierten in Hamburg und Düsseldorf gegen Polizeigewalt

22.8.2020 17:48 Uhr

In Hamburg und Düsseldorf sollten am Samstag Kundgebungen unter dem Motto "gegen Polizeigewalt" stattfinden. Die Veranstalter waren jeweils von vierstelligen Teilnehmerzahlen ausgegangen. Am Ende demonstrierten nur knapp 300 Menschen in Düsseldorf und etwas mehr als 200 Personen in Hamburg.

Rund 250 Menschen haben laut Polizei am Samstag in Hamburg gegen rassistische Polizeigewalt demonstriert. Auf Transparenten und Plakaten hieß es: "Wir verurteilen jegliche Art von Polizeigewalt" und "Solidarität zu jeder Zeit". Hintergrund ist ein Polizeieinsatz von Anfang der Woche in der Neustadt, der für Diskussionen gesorgt hatte. Ein Video auf Twitter zeigt, wie acht Beamte einen 15-Jährigen niederringen. Nach Angaben der Polizei hatte der Jugendliche mit einem Elektro-Roller wiederholt verbotswidrig den Gehweg benutzt. Anschließend sei er der Aufforderung, sich auszuweisen, nicht nachgekommen. Zudem hatte sich der jugendliche Amateur-Boxer gegen eine Verbringung auf die Polizeiwache zur Feststellung der Personalien körperlich zur Wehr gesetzt.

Eher spärliche Kulisse bei der Demo in Hamburg - Foto: Axel Heimken/dpa

Angemeldet wurde die Demonstration von der Linken-Fraktion, dem Hamburger Bündnis gegen Rechts, der Seebrücke Hamburg und anderen Gruppierungen. Auch die Mutter des 15-Jährigen sollte unter den Teilnehmern sein. Nach der Kundgebung zogen rund 100 Menschen zum Ort des Geschehens und hängten ein Transparent auf. Die Demonstranten erinnerten auch an die Opfer eines rassistischen Anschlags mit neun Toten in Hanau vor einem halben Jahr.

Knapp 300 Demo-Teilnehmer in Düsseldorf

Zu einer Demonstration gegen Polizeigewalt in Düsseldorf sind am Samstag zunächst nur rund 300 Teilnehmer zusammengekommen. Dies berichtete ein dpa-Reporter von vor Ort. Die Anmelder hatten mit bis zu 5000 Teilnehmern gerechnet. Geplant war ein Protestmarsch vom Landtag durch die Düsseldorfer Innenstadt wieder zurück zum Landtag.

Auch Demo-Zuspruch in Düsseldorf blieb weit hinter den Erwartungen zurück - Foto: Marius Becker/dpa

Die Demonstration bezieht sich auf einen Einsatz eine Woche zuvor: Nachdem ein Jugendlicher Polizisten beleidigt und tätlich angegriffen hatte und sich gegen seine Festnahme wehrte, war der 15-Jährige von den Beamten am Boden fixiert worden. Ein Polizist drückte dabei den Kopf des Jugendlichen mit dem Knie auf den Boden. Die Ermittlungen zu dem Vorfall laufen noch. Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte am Donnerstag im Innenausschuss dargelegt, dass die Technik grundsätzlich zulässig sei.

(ce/dpa)

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