imago images / Rolf Zöllner

Nur noch 59,2 Prozent der Zuwanderer bestehen Sprachtest

2.1.2021 15:51 Uhr

Zuwander*innen nach Deutschland haben immer häufiger sprachliche Probleme und bestehen den Test nicht, meldet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Während 2015 noch 72,6 Prozent aller Teilnehmer*innen den Sprachtest erfolgreich absolvierten, waren es im ersten Halbjahr 2019 nur noch 59,2 Prozent. Signifikant ist die Quote bei Jugendlichen. Da sank die Erfolgsquote von 83,6 Prozent auf 63,5 Prozent. Das Zahlenmaterial basiert auf einer AfD-Anfrage im Bundestag, die von Rene Springer gestellt wurde.

1,2 Millionen Menschen, so die Zahlen der Bundesregierung, nahmen an den Kursen seit 2010 teil. Das Ziel ist das Erreichen der Sprachkompetenz-Stufe B1 – es kann aber dabei auch Wiederholungen oder ein Abschluss in einer niedrigeren Stufe geben. Zwischen 2010 und 2020 wurden für die Sprach-Qualifikationen öffentliche Mittel in Höhe von rund 4,6 Milliarden Euro aus Steuergeldern aufgewendet. Das sieht der AfD-Abgeordnete – basierend auf dem Ergebnis – als "unverhältnismäßig" an. Rene Springer verortet hierbei "mangelnden Integrationswillen" oder ein "Fehlen der nötigen Lernkultur". Sinnvolle sei Zuwanderung nur dann, "wenn sie einen Mehrwert für die Gesellschaft mitbringe". Dazu zähle auch die Sprachkompetenz.

Auch die Bundesregierung meldet, dass die Zahlen der Kursteilnehmer*innen, die einen B1-Abschluss vorweisen, rückläufig sei. Da sei der Flüchtlingskrise geschuldet, so die Bundesregierung. Es heißt, man habe viele Teilnehmer*innen mit geringer Vorbildung. Auch die kulturelle und linguistische Distanz sei erheblich. Generell sei jedoch erkennbar, dass Asylbewerber*innen, bei denen eine gute Perspektive auf ein Bleiberecht vorläge, häufig die Sprachkurse auf freiwilliger Basis in Anspruch nehmen würden. Die Rede ist von rund 500.000. Das Bundesinnenministerium erkennt darin ein "großes Interesse an der Spracherlernung".

(ce)

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