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NSU 2.0 - Neue Drohfaxe an türkischstämmige Anwältin

14.1.2019 8:44 Uhr

Eine türkischstämmige Frankfurter Anwältin der NSU-Mordopfer hat erneut Drohfaxe mit "NSU 2.0"-Unterzeichnung erhalten. Wieder wird in den Faxen ihre Tochter mit dem Tode bedroht. Bei dem letzten Vorfall führte die Spur zu einer rechtsextremen Chatgruppe hessischer Polizisten. Mehrere Polizeibeamte wurde im Zuge des Vorfalls suspendiert.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" online berichtete, werden in den Drohfaxen die Namen ihrer Eltern, ihres Mannes und ihrer Tochter genannt - aller Menschen, die unter ihrer Adresse gemeldet seien. "So etwas kann man nicht über die sozialen Netzwerke herausfinden", sagte die Anwältin dem Bericht zufolge. "Und mein Vater ist 79, der ist nicht auf Facebook oder sonstwo aktiv."

Hintergrundwissen aus dem polizeilichem Informationssystem

Die Juristin hatte Anfang August 2018 nach Erhalt einer Drohung Anzeige erstattet. In dem Fax mit Absender "NSU 2.0" wurde ihre Tochter mit dem Tod bedroht. Die Frau hatte im Prozess um den rechtsterroristischen "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) Opfer vertreten. Die Behörden fanden heraus, dass Hintergrundwissen über die Anwältin aus dem polizeilichen Informationssystem eines Computers einer Beamtin des 1. Reviers in Frankfurt abgefragt worden war. Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurde eine mutmaßliche rechtsextreme Chatgruppe in der Frankfurter Polizei aufgedeckt. Fünf Beamte wurden vom Dienst suspendiert.

Neue Faxe nehmen Bezug auf den ersten Vorfall

Dem "SZ"-Bericht zufolge wird in dem neuen Fax Bezug auf die Suspendierung genommen, auch die Tochter der Anwältin wird erneut bedroht. "Dir hirntoten Scheißdöner ist offensichtlich nicht bewusst, was du unseren Polizeikollegen angetan hast!", heißt es demnach darin. Eine Stellungnahme des hessischen Landeskriminalamts war am späten Sonntagabend nicht zu bekommen.

(be/dpa)