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NPD-Mann Jagsch von FDP, CDU und SPD zum Ortsvorsteher gewählt

7.9.2019 14:31 Uhr

Der Ortsbeirat von Altenstadt-Waldsiedlung in Hessen, der aus zwei FDP-Mitgliedern sowie je drei Mitgliedern von SPD und CDU besteht, hat den einzigen NPD-Vertreter in diesem Politzirkel - Stefan Jagsch - zum Ortsvorsteher gewählt. Einstimmig fiel die Wahl aus. In der breiten Masse der Beobachter stößt das auf Unverständnis - auch bei den eigenen Parteien sind da die Weichen auf "nachhaltigen Diskussionsbedarf" gestellt.

Der Ortsbeirat einer hessischen Gemeinde hat einen NPD-Funktionär einstimmig zum Ortsvorsteher gewählt. Alle sieben anwesenden Vertreter des Ortsbeirats von Altenstadt-Waldsiedlung wählten am Donnerstagabend den stellvertretenden NPD-Landesvorsitzenden Stefan Jagsch zum Vorsteher, wie die Kreisgeschäftsstelle der CDU Wetterau am Samstag bestätigte. Darunter waren auch Mandatsträger von SPD, CDU und FDP. Zwei Abgeordnete von SPD und CDU waren bei der Abstimmung nicht anwesend. Zuvor hatte die Zeitung «Kreis-Anzeiger» darüber berichtet.

Die Kreisvorsitzende der CDU Wetterau, Lucia Puttrich, und der Vorsitzende der CDU Altenstadt, Sven Müller-Winter, reagierten in einer gemeinsamen Erklärung «mit Entsetzen und absolutem Unverständnis» auf die Wahl des NPD-Funktionärs. Die NPD verfolge nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts verfassungsfeindliche Ziele, die Wahl eines Politikers dieser Partei sei «für die CDU unfassbar und untragbar», erklärten Müller-Winter und Puttrich, die auch hessische Ministerin für Bundes- und Europa-Angelegenheiten ist. Die «falsche Entscheidung» müsse korrigiert worden, wozu bereits Gespräche aufgenommen worden seien.

(ce/dpa)

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