epa/Carina Johansen

Norwegen reagiert mit wirtschaftlichen Maßnahmenpaket auf Covid-19

13.3.2020 19:02 Uhr

Im Kampf gegen das Coronavirus unterstützt der norwegische Staat notleidende Unternehmen mit einem Maßnahmenpaket im Umfang von umgerechnet fast 600 Millionen Euro. Unter anderem wollen die Norweger Steuern reduzieren, Flugabgaben entfernen und die Kosten für vorübergehende Beurlaubungen deutlich früher als bislang vom Arbeitgeber auf den Staat übertragen.

Auch die Kommunen sollen mehr Geld bekommen, wie die norwegische Regierung am Freitag auf einer Pressekonferenz in Oslo mitteilte. Das Krisenpaket kostet den Staat der Nachrichtenagentur NTB zufolge 6,5 Milliarden norwegische Kronen (rund 590 Millionen Euro).

Angst vor den Folgen

"Wir wissen nicht, wie lange das andauern wird oder wie große Folgen es geben wird", sagte Finanzminister Jan Tore Sanner auf der Pressekonferenz über die Lage im Kampf gegen das neuartige Coronavirus. "Aber wir wissen, dass es schlechter wird, bevor es besser wird." Mit den finanziellen Initiativen solle zielgenau und effektiv gegen die Auswirkungen angegangen werden. Unter anderem werden rückläufig vom 1. Januar bis Ende Oktober 2020 die Flugpassagierabgaben aufgehoben. Sämtliche Fluggebühren werden bis Ende Juni vorübergehend gestrichen. Weitere Maßnahmen könnten in einer zweiten Phase ergriffen werden, sagte Sanner.

Die Billigfluglinie Norwegian begrüßte die Schritte, wies zugleich aber darauf hin, dass sie angesichts der äußerst fordernden Situation noch lange nicht ausreichten. Die größte Herausforderung für Norwegian sei die Liquidität, sagte Konzernchef Jacob Schram am Nachmittag auf einer Pressekonferenz, auf der er sich gemäß neuer Quarantäneregelungen der Regierung nach einer London-Reise aus der Heimquarantäne meldete. Er bestätigte sogleich die Ankündigung vom Donnerstag, dass 5000 Mitarbeiter - fast die Hälfte der gesamten Norwegian-Belegschaft - vorübergehend beurlaubt würden. Es handele sich um die schwerste Krise der Konzerngeschichte, sagte Schram.

In Norwegen gibt es bislang 814 bestätigte Infektionen. Ein Mensch mit Covid-19-Erkrankung ist in dem skandinavischen Land bisher gestorben. Viele norwegische Unternehmen haben finanziell mit der Corona-Krise zu kämpfen, darunter vor allem Norwegian.

(an/dpa)

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