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Nordnigeria: Über 30.000 Menschen auf der Flucht vor Islamistenmiliz Boko Haram

9.1.2019 23:11 Uhr

Über 30.000 Menschen aus Nordnigeria sind seit Dezember auf der Flucht vor den Islamistenmilizen der Boko Haram. Viele flüchteten in die Hauptstadt von Borno, Maiduguri, wie die Vereinten Nationen am Mittwoch mitteilten.

Der UN-Beauftragte für humanitäre Hilfe in Nigeria, Edward Kallon, sprach nach einem Besuch in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern von einer "humanitären Tragödie". Die meisten Flüchtlinge stammten demnach aus der am Tschad-See gelegenen Stadt Baga, die vorübergehend von Boko Haram kontrolliert wurde. Kämpfer überrannten Ende Dezember zwei Militärstützpunkte in der Nähe der Fischerstadt. Viele Flüchtlinge kamen Kallon zufolge auch in der Garnisonsstadt Monguno, 65 Kilometer südwestlich von Baga, an. Zehntausende Menschen benötigten humanitäre Hilfe: Schutzräume, Nahrungsmittel, Wasser und sanitäre Einrichtungen.

Islamischer Staat im Nordosten Nigerias?

Boko Haram kämpft seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Trotz wiederholter Beteuerungen der Regierung, Boko Haram sei besiegt, verstärkte die Miliz in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf zivile und militärische Ziele wieder. Durch die Angriffe von Boko Haram wurden in den vergangenen neun Jahren mehr als 27.000 Menschen getötet. 1,8 Millionen Menschen sind auf der Flucht.

(be/afp)