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Nordkoreas Kim Jong Un zu Staatsbesuch in China eingetroffen

8.1.2019 6:47 Uhr

Am Dienstag ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu einer mehrtägigen Reise nach Peking aufgebrochen, um dort gemeinsam mit Präsident Xi Jinping bilaterale Beratungen abzuhalten,meldeten nordkoreanische und chinesische Staatsmedien.

Kim und Xi hatten sich im vergangenen Jahr bereits dreimal getroffen. Bei den bevorstehenden Gesprächen dürfte es unter anderem um das geplante Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump gehen. Kims unangekündigter Besuch, der bis Donnerstag dauern soll, erfolgte auf Einladung Xis, wie die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA und Chinas amtliche Agentur Xinhua berichteten. Laut KCNA wird Kim von seiner Frau Ri Sol Ju und mehreren ranghohen Regierungsvertretern begleitet. Der Privatzug des nordkoreanischen Machthabers hatte Pjöngjang am Montag verlassen, am Dienstagvormittag (Ortszeit) traf die Delegation dann in der chinesischen Hauptstadt ein. Kurze Zeit später verließ eine Fahrzeugkolonne den Bahnhof von Peking, wie AFP-Journalisten berichteten.

Unangekündigte Reisen nach China

Kim hatte den mächtigen Nachbarn im vergangenen Jahr dreimal besucht, um sich mit Staatschef Xi zu treffen. Keine der Reise war im Vorfeld angekündigt worden. Kims erster Besuch im März war erst bekannt geworden, als sein gepanzerter Zug in Peking gesichtet wurde. Es war seine erste Auslandsreise, seit er 2011 an die Macht gekommen war. Nordkorea ist international weitgehend isoliert. China ist der engste Verbündete Pjöngjangs und ein wichtiger Akteur in den Verhandlungen über die atomare Abrüstung in Nordkorea. Südkorea äußerte am Dienstag die Hoffnung, dass Kims Besuch in China zu einer "vollständigen Denuklearisierung und einem dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel beträgt".

Schreitet die "Denuklearisierung" voran?

In den Nordkorea-Konflikt war im vergangenen Jahr Bewegung gekommen. Kim traf sich drei Mal mit Südkoreas Staatschef Moon Jae In. Im Juni kam er zu einem historischen Gipfel mit US-Präsident Trump zusammen. Dabei willigte Kim in die "Denuklearisierung" seines Landes ein. Genauere Definitionen, einen Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen für den Prozess gibt es bislang aber nicht. Laut Trump bereiten beide Länder derzeit ein zweites Gipfeltreffen vor.Kim hatte zuletzt in seiner Neujahrsansprache mit einer Abkehr von der Entspannungspolitik gedroht, sollten die USA die Strafmaßnahmen gegen sein Land aufrecht halten. Trump sagte am Sonntag, die Sanktionen blieben "vollständig in Kraft", bis es "sehr positive" Ergebnisse gebe. Das Treffen von Kim und Xi diene dazu, ihre Positionen vor dem geplanten Kim-Trump-Gipfel abzustimmen, sagte Bonnie Glaser vom US-Institut Center for Strategic and International Studies (CSIS). Nordkoreas Machthaber hoffe zudem darauf, dass China sein Land dabei unterstütze, eine Lockerung der internationalen Sanktionen zu erreichen.

China Alternative zu den USA?

Nach Einschätzung des US-Verteidigungsexperten Harry Kazianis will Kim seinen China-Besuch auch dazu nutzen, um den USA zu verdeutlichen, dass er "sehr wohl diplomatische und wirtschaftliche Alternativen" zu einer Annäherung an die USA und Südkorea habe.Kims Besuch in Peking überschneidet sich zudem mit den Beratungen zwischen den USA und China über eine Entschärfung ihres Handelskonflikts. Die Gespräche in Peking gingen am Dienstag in ihre zweite Runde. "Auch Xi profitiert von dem Treffen mit Kim - und das Timing könnte nicht besser sein", sagte Kazianis. Die chinesische Regierung zeige damit, dass sie in den Verhandlungen mit den USA "die Nordkorea-Karte spielen könnte". Peking hatte in der Vergangenheit bestritten, seinen Einfluss auf Pjöngjang bei den Handelsgesprächen mit den USA als Druckmittel zu nutzen.

(be/afp)

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