dpa

Nordkorea prahlt mit "supergroßem Raketenwerfer"

30.3.2020 15:53 Uhr

Als wenn es in der dramatischen Corona-Krise nicht wichtigere Dinge gäbe: Nordkorea hat nach seinem erneuten Raketentest mit einem "supergroßen Mehrfach-Raketenwerfer" geprahlt.

Dieses System, das erfolgreich getestet worden sei, werde in Kürze an die Einheiten der Streitkräfte ausgeliefert, berichtete die Staatsagentur KCNA am Montagmorgen. Bei der Übung seien vor allem technologische und taktische Besonderheiten des Systems geprüft worden.

Brasilianische Flugkörper im Einsatz

Am Sonntag hatte Nordkorea zum vierten Mal in diesem Monat Raketen Richtung offenes Meer gefeuert. Bei den beiden Flugkörpern handelte es sich nach Einschätzungen aus Südkorea und Japan vermutlich um ballistische Raketen von kurzer Reichweite. Sie seien am Sonntagmorgen (Ortszeit) an der Ostküste Nordkoreas gestartet und etwa 230 Kilometer weit geflogen, teilte der Generalstab in Südkorea mit.

Die Erprobung ballistischer Raketen ist der selbst ernannten Atommacht Nordkorea durch UN-Resolutionen verboten. Trotzdem treibt das kommunistische Land unter Machthaber Kim Jon Un seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die auch mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden könnten.

Raketentest "extrem unangemessen"

Die Verhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington über die atomare Abrüstung Nordkoreas liegen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump im Februar vergangenen Jahres auf Eis. Das international weitgehend isolierte Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen. Kim hatte nach seinem Moratorium für Atom- und Raketentests vergeblich auf eine Aufhebung von Sanktionen gehofft.

Den jüngsten nordkoreanischen Raketentest bezeichneten südkoreanische Regierungsvertreter als "extrem unangemessen" angesichts der Tatsache, dass die Coronavirus-Pandemie derzeit "die ganze Welt" in Atem halte.

Nordkorea schottet sich ab

Nordkorea hat zum Schutz gegen das Coronavirus seine Grenzen geschlossen. Als eines von wenigen Ländern weltweit hat Nordkorea bislang keinen einzigen Corona-Fall gemeldet. Experten gehen jedoch davon aus, dass das neuartige Virus das Land erreicht hat. Fachleute warnen, der Erreger könnte wegen des schwach entwickelten Gesundheitssystems in Nordkorea und der dort weit verbreiteten Unterernährung verheerende Folgen in dem Land haben.

(bl/dpa/afp)

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