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Nordkorea bekommt neuen Wirtschaftskurs

11.4.2019 16:21 Uhr

Ungeachtet der internationalen Sanktionen will Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in seinem Land die Entwicklung einer unabhängigen Wirtschaft vorantreiben. Feindselige Kräfte würden sich verrechnen, wenn sie glaubten, die Sanktionen könnten Nordkorea in die Knie zwingen, wurde Kim am Donnerstag von den staatlichen Medien zitiert.

Diesen Kräften werde "ein empfindlicher Schlag" zugefügt, wenn das Land «unter dem Banner der Selbstständigkeit» den sozialistischen Aufbau durch eine sich selbstversorgende Wirtschaft betreibe. Kim äußerte sich am Mittwoch bei einer Sitzung des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei in Pjöngjang.

Bei der Sitzung des führenden Parteigremiums brachte sich Kim vor einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In in Stellung. Beide wollten am Donnerstag in Washington über das weitere Vorgehen im Streit um das Atomwaffenprogramm Nordkoreas beraten.

Gescheitertes Gipfeltreffen mit Trump im Februar

Das zweite Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim war Ende Februar in Vietnam gescheitert. Beide Seiten konnten sich nicht in den zentralen Fragen der atomaren Abrüstung Nordkoreas und der Gegenleistungen der USA einigen. Kim hatte die Aufhebung eines Großteils der Sanktionen gefordert.

Das Zentralkomitee tagte vor der für Donnerstag angesetzten Eröffnungssitzung der neu gewählten Abgeordneten der Obersten Volksversammlung. Diese wird im Ausland auch als Scheinparlament bezeichnet. Sie tritt normalerweise nur ein- oder zweimal jährlich zusammen. Dabei werden auch politische Richtlinien diskutiert, die weitgehend von der Arbeiterpartei diktiert werden. Beobachter spekulierten, Kim könnte die Sitzung auch nutzen, um seine Position zu den festgefahrenen Verhandlungen mit den USA öffentlich zu klären.

(an/dpa)