epa/Matteo Brazzi

Norden und Süden in der EU müssen sich mäßigen

5.4.2020 16:45 Uhr

Die Debatte über Solidarität innerhalb der EU ist voll entbrannt. Nun hat der ehemalige italienische Premier Mario Monti zur Mäßigung aufgerufen. "Der Süden muss aufhören, zu denken, dass Solidarität unser Recht und die Pflicht der anderen ist. Im Norden müsste man begreifen, dass teure Gesten der Solidarität auch im Interesse des eigenen Landes sind", sagte der ehemalige EU-Kommissar am Donnerstag vor Auslandskorrespondenten in Italien.

Wenn Länder wie Italien in Schwierigkeiten geraten, dann habe das auch einen fatalen Effekt auf reiche Länder wie Deutschland. Wenn die USA oder China ihre Märkte schließen, seien Export-abhängige Staaten wie Italien oder Deutschland mehr denn je aufeinander angewiesen. "Wir sitzen alle im gleichen Boot", sagte Monti, der von 2011 bis 2013 Ministerpräsident war. Nach dem Streit beim vergangenen Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs über sogenannte Corona-Bonds gebe es in Deutschland nun "intelligente" Stimmen, die die Regierung zu einem Umdenken aufforderten.

(an/dpa)

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