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Noch kein US-Visum für iranischen Außenminister

11.7.2019 19:57 Uhr

Für die UN-Vollversammlung im September hat der iranische Außenminister noch kein Visum für die USA. "Mein Visum ist noch nicht ausgestellt", sagte Mohammed Dschawad Sarif der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA am Donnerstag. Die USA hatten im Juni angekündigt, dass auch Sarif mit Sanktionen belegt werde. Dies würde de facto bedeuten, dass er auch nicht in die USA einreisen dürfte.

Außenamtssprecher Abbas Mussawi kritisierte, somit seien auch die von den Amerikanern geforderten Verhandlungen mit dem Iran nicht ernst gemeint, da sie nicht ohne den Chefdiplomaten des Landes machbar seien.

Treffen zwischen Ruhani und Trump unwahrscheinlich

Beobachter in Teheran spekulieren, dass es im September in New York zu einem Treffen zwischen dem Iran und den USA kommen könnte. Präsident Hassan Ruhani soll definitiv an der UN-Vollversammlung teilnehmen. Zwar sei ein Treffen zwischen ihm und seinem amerikanischen Kollegen Donald Trump eher unwahrscheinlich, eine Begegnung zwischen den Außenministern beider Länder aber durchaus denkbar.

Sarif äußerte sich jedoch erneut kritisch zu solchen Verhandlungen. "Die amerikanischen Sanktionen gegen den Iran sind Wirtschaftsterrorismus und mit Terroristen verhandeln wir nicht", sagte der Minister. Zudem seien der Iran und die USA im Rahmen des Wiener Atomabkommens in konstanten Verhandlungen gewesen, bis die Amerikaner diese Anfang 2018 abgebrochen hätten. Den Verhandlungstisch habe nicht Teheran, sondern Washington verlassen. Sollten die Amerikaner zurückkehren wollen zu Gesprächen, müssten sie im Vorfeld die Sanktionen gegen den Iran aufheben, so der iranische Chefdiplomat.

(an/dpa)