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No-Deal-Brexit würde Türkei 2,8 Milliarden Euro kosten

5.9.2019 19:08 Uhr

Laut der türkischen Handelsministerin Ruhsar Pekcan würden die Exporte der Türkei nach Großbritannien voraussichtlich um bis 2,8 Milliarden Euro sinken, falls es zu einem No-Deal-Brexit kommen sollte. Die Handelsministerin ließ jedoch auch durchblicken, ihr Land ergreife Maßnahmen, um die Verluste für den Fall der Fälle zu minimieren.

Während des zehnten Wirtschaftsforums zwischen Großbritannien und der Türkei in Istanbul stellte Pekcan fest, dass das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern im Falle eines No-Deal-Brexit nachhaltig beeinträchtigt wird. "Wir gehen davon aus, dass die am stärksten betroffenen Sektoren die Automobilindustrie mit einem Handelsverlust von bis zu 1,1 Milliarden US-Euro, der Textilsektor mit knapp 1,2 Milliarden Euro sowie das Segment der Elektro- und Haushaltsgeräte mit 451 Millionen Euro sein werden", sagte Pekcan gegenüber dem Wirtschaftsforum. Das Forum wurde von der türkisch-britischen Industrie- und Handelskammer (TBCCI) in Zusammenarbeit mit dem türkischen Investitionsamt und dem Foreign Economic Relations Board (DEIK) organisiert.

Kommt eine britisch-türkische Taskforce?

Die Ministerin stellte heraus, dass Großbritannien und die Türkei in der Lage sind, Schwierigkeiten in Chancen umzuwandeln und dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern auch nach dem Brexit weiter gedeihen werden. Ab 2018 belief sich das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern auf 16,7 Milliarden Euro, wobei die Ausfuhren aus der Türkei zehn Milliarden Euro und die Einfuhren 6,7 Milliarden Euro betrugen. Großbritannien sei einer der wichtigsten Außenhandelspartner der Türkei und das zweit wichtigste Exportziel. Pekcan sagte ferner, dass Großbritannien Freihandelsabkommen (FTA) mit vielen Nationen unterzeichnet hat. Die Türkei sei jedoch aufgrund internationaler Verpflichtungen mit der EU nicht in der Lage, ein Freihandelsabkommen zu unterzeichnen.

Pekcan betonte, dass die bilateralen Investitionen zwischen den beiden Ländern neun Milliarden Euro überschritten hätten. Sie sagte jedoch auch, dass die Zahl zu niedrig ist, was bedeutet, dass der Investitionssektor schnell wachsen muss. "Wir können bei Technologien wie Informationstechnologie, Software, Block Chain, Big Data und künstlicher Intelligenz zusammenarbeiten. Wir wollen den Anteil der Hochtechnologie an unseren Exporten auf über 3 Prozent steigern", fügte sie hinzu. Ihr Ministerium werde das Land bereisen, um die Unternehmen über die möglichen Auswirkungen eines Brexit-Abkommens zu informieren. "Es scheint, dass ein Brexit im Rahmen eines Deals in Ordnung wäre, aber ein No-Deal-Brexit wird die türkischen Unternehmen in eine schwierige Position bringen", sagte Pekcan.

(Hürriyet.de)

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