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Nigerias Opposition wirft Regierung schmutzige Tricks im Wahlkampf vor

9.2.2019 22:04 Uhr

Nigerias größte Oppositionspartei hat Präsident Muhammadu Buhari und seiner Partei All Progressive Congress (APC) eine Woche vor der Präsidentschaftswahl vorgeworfen, im Wahlkampf schmutzige Tricks anzuwenden. Die Peoples Democratic Party (PDP) beschuldigte die Regierungspartei am Samstag, eine Großkundgebung der Opposition in der Hauptstadt Abuja verhindert zu haben, indem sie dafür gesorgt habe, dass die PDP vom Veranstaltungsort ausgesperrt wurde. Die Opposition wertete dies als einen "provokativen" Schritt und als Zeichen von "Verzweiflung".

APC-Sprecher Lanre Isa-Onilu bestritt die Vorwürfe. Der betreffende Veranstaltungsort gehöre seiner Partei nicht, "also konnten wir ihnen gar nicht den Zugang zu einem Ort verwehren, der uns nicht gehört und über den wir keine Kontrolle haben", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl im bevölkerungsreichsten Land Afrikas geht der Wahlkampf in die heiße Phase. Buhari und seine APC wollten am Samstag vor zehntausenden Anhängern in der Millionenmetropole Lagos eine ihrer letzten Wahlkampfkundgebungen halten. Der 76-jährige Präsident strebt eine zweite Amtszeit an. Sein größter Widersacher ist der 72-jährige Atiku Abubakar, der im vierten Anlauf auf seinen ersten Wahlsieg hofft.

Für die Wahl am 16. Februar sind mehr als 84 Millionen Wähler registriert, eine Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zur letzten Wahl vor vier Jahren. Damals schlug Oppositionskandidat Buhari den amtierenden Präsidenten Goodluck Jonathan mit 2,6 Millionen Stimmen. Bisher ist unklar, wann die Ergebnisse bekannt gegeben werden. 2015 dauerte es rund 48 Stunden, nachdem die Wahllokale geschlossen hatten.Insgesamt treten 73 Kandidaten zur Wahl an, sieben davon Frauen. Parallel zum Präsidenten wird auch ein neues Parlament gewählt. 6483 Kandidaten bewerben sich um 109 Sitze im Senat und 360 Sitze im Abgeordnetenhaus. Am 2. März folgen dann Wahlen in den 29 Bundesstaaten.Nigeria kämpft mit den Folgen einer wirtschaftlichen Rezession. Präsident Buhari wird zudem vorgeworfen, den Anti-Korruptionskampf zum Ausschalten politischer Gegner zu instrumentalisieren. Im Nordosten des Landes sind wegen des Terrors der Islamistenmiliz Boko Haram nach wie vor 1,8 Millionen Menschen heimatlos. In einigen zentralnigerianischen Bundesstaaten kommt es im Kampf um Ressourcen zwischen Viehzüchtern und Bauern immer wieder zu Gewalt.

(ce/afp)

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