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Nigeria: 15 Tote bei Kundgebung des Präsidenten

13.2.2019 18:09 Uhr

Am Ende einer Kundgebung des nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari kam es bei einer Massenpanik zu mindestens 15 Toten. Ein Sprecher der Universitätsklinik von Port Harcourt im Süden des Landes sagte am Mittwoch, "insgesamt sind 15 Leichen hereingebracht worden". Zwölf der Opfer seien Frauen, drei seien Männer, fügte er hinzu. Neun Verletzte würden noch im Krankenhaus behandelt.

Das Unglück habe sich am Dienstag in der Stadt Port Harcourt im ölreichen Bundesstaat Rivers ereignet. Medienberichten zufolge kam es nach Buharis Wahlkampfauftritt in einem Stadion zu einem Gedränge, als die Menschen durch einen verschlossenen Ausgang ins Freie gelangen wollten. Daraufhin sei Panik ausgebrochen. Menschen seien gestürzt und zu Tode getrampelt worden.

Präsident Buhari zeigt sich "zutiefst bekümmert"

"Die von hinten haben geschoben und Druck auf die vorne ausgeübt, so dass einige Menschen auf den Boden gefallen sind und niedergetrampelt wurden", berichtete Egufe Yafugborhi von der Zeitung "Vanguard". Präsident Buhari zeigte sich nach dem Unglück "zutiefst bekümmert" und wünschte den Verletzten "baldige Genesung".

Bereits am Donnerstag waren zwei Menschen bei einer Wahlkampfveranstaltung Buharis in nordöstlichen Bundesstaat Taraba in einem Menschengedränge gestorben. Am 21. Januar wurden mehrere Menschen in der Stadt Maiduguri verletzt, als bei einem Besuch des Präsidenten ein Podest zusammenbrach.

Buhari vs. Abubakar

Nigeria wählt am Samstag einen neuen Präsidenten. Der 76-jährige Staatschef Buhari strebt eine zweite Amtszeit an. Sein größter Widersacher ist der 72-jährige Atiku Abubakar, der im vierten Anlauf auf seinen ersten Wahlsieg hofft. Parallel zum Präsidenten wird auch ein neues Parlament im bevölkerungsreichsten Land Afrikas gewählt.

Zuletzt waren die Spannungen zwischen Anhängern der Regierungspartei APC und der größten Oppositionspartei PDP gewachsen. Bereits jetzt gibt es Vorwürfe der Wahlmanipulation.

Am Dienstagabend zerstörte ein Feuer im südöstlichen Bundesstaat Anambra tausende Geräte zur Identitätsverifizierung des nationalen Wahlkommission (Inec). Die Inec machte einen "betrunkenen Wachmann" für das Feuer verantwortlich.

Es war der dritte Brand in einem Inec-Büro in den vergangenen zwölf Tagen. Der Verlust der Ausweisscanner sei ein "Rückschlag" hieß es von Seiten der Wahlbehörde, es werde aber Ersatz beschafft. "Die Kommission bleibt zuversichtlich, dass die Wahl im Bundesstaat wie geplant stattfinden wird", sagte Festus Okoye, Leiter des Inec-Komitees für Information und Wählerbildung.

(an/afp)