dpa

Niederlande: keine Steuertricks mehr für multinationale Konzerne

17.9.2019 22:11 Uhr

Die Niederlande gelten als Steuerparadies und haben damit reichlich Kritik auf sich gezogen. Jetzt wollen sie den Steuertricks einen Riegel vorschieben. Große Konzerne wie Shell, Philips oder AkzoNobel müssen in den Niederlanden ab 2021 ihre Gewinne voll versteuern, die bisherigen Regelungen, die multinationalen Unternehmen zugute kamen, würden gestrichen.

Dies teilte das Finanzministerium in Den Haag bei der Vorlage des Haushaltsplanes am Dienstag mit. Die neue Regelung werde schätzungsweise 265 Millionen Euro pro Jahr einbringen, sagte das Ministerium.

Bisher können internationale Unternehmen Verluste im Ausland bei der Steuerbehörde in den Niederlanden geltend machen und ihre Steuer auf den Gewinn deutlich senken. Der Öl-Konzern Shell zum Beispiel hatte im Mai Medienberichte bestätigt, nach denen er von 2016 bis 2018 seine Gewinne nicht versteuern musste. Das war nach den geltenden Regeln legal.

Wegen solcher Regeln sind die Niederlande für viele Firmen attraktiv und einige haben ihren Sitz dorthin verlegt. Als Steuerparadies war das Land international in der Kritik. Die Mitte-Rechts-Koalition schließt sich nun einer Initiative der linken und grünen Oppositionsparteien an.

Das Finanzministerium will auch Steuervermeidung und das Durchschleusen von Geldern in Steueroasen bekämpfen. So sollen heutige Regeln zur Senkung der Körperschaftssteuer abgeschafft werden.

(be/dpa)

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