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Nicht mehr als 46 Tote im Sudan

6.6.2019 14:28 Uhr

Das sudanesische Gesundheitsministerium hat die Zahl der Toten nach der Gewalt gegen Demonstranten nach unten korrigiert. Die Zahl der Toten seit Montag sei nicht höher als 46, sagte ein hochrangiger Beamter des Ministeriums am Donnerstag der staatlichen Nachrichtenagentur Suna zufolge. Zuvor hatte ein Ärzteverband gesagt, bislang seien 108 Menschen getötet und rund 500 verletzt worden.

Sicherheitskräfte hatten am Montag gewaltsam eine Sitzblockade in der Hauptstadt Khartum aufgelöst, die wochenlange angedauert und maßgeblich zum Sturz von Langzeitmachthaber Omar al-Baschir beigetragen hatte. Seitdem gingen Sicherheitskräfte immer wieder gegen Demonstranten in verschiedenen Teilen Khartums und anderen Städten vor, wie Augenzeugen, Ärzte und die Opposition berichteten.

Keine Verhandlung zwischen Militär und Opposition

Die Militärführung beendete zunächst die Verhandlungen mit der Opposition und kündigte alle Zugeständnisse ab, zeigte sich später aber dann doch gesprächsbereit. Die Opposition lehnte dies ab.

Al-Baschir war im April nach drei Jahrzehnten an der Macht von den Streitkräften gestürzt worden. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen. Seit dem Putsch verhandelten das Militär und die Opposition über die Bildung einer Übergangsregierung, konnten sich aber nicht darauf einigen, wer in der Regierung das Sagen haben würde.

(an/dpa)