epa/Jorge Torres

Nicaragua: Präsident verbietet kritische Fernsehprogramme

24.1.2019 19:47 Uhr

In Nicaragua hat der Präsident Daniel Ortéga mehrere kritische Fernsehprogramme verboten und das Gebäude eines Senders besetzen lassen. Polizisten überprüften alle Angestellten des Canal 12 im Gebäude des Senders in der Hauptstadt Managua, schrieb der Journalist Wilmer Benavides Fonseca, der für Canal 12 arbeitet, am Donnerstag auf Twitter.

Daneben veröffentlichte er ein Foto, das bewaffnete Polizisten zeigt. Bereits am Mittwoch hatte die Regierung unter dem autoritären Präsidenten Ortega drei Programme, die auf dem Sender gezeigt werden, verbieten lassen, wie lokale Medien berichteten. Bei ihnen handelte es sich um Nachrichten-Formate.

Demonstrationen gegen Ortega

Die Führung Nicaraguas hatte sich im Machtkampf in Venezuela auf die Seite seines Verbündeten, Präsident Nicolás Maduro, gestellt. Das kleine mittelamerikanische Land erhält subventioniertes Öl aus Venezuela. Nicaragua kommt seit April vergangenen Jahres nicht zur Ruhe. Damals hatte eine geplante Sozialreform für Proteste gesorgt.

Die Regierung zog die Reform zurück, die Demonstranten forderten aber weiterhin den Rücktritt Ortegas. Die Lage eskalierte, Polizisten und regierungsnahe Schlägertrupps griffen die Demonstranten an. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen kamen seitdem mehr als 500 Menschen ums Leben.

(an/dpa)