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Neymar-Ablöse "obszön"

3.7.2019 9:28 Uhr

222 Millionen Euro sind über den Tisch gegangen, als der Brasilianer Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain gewechselt ist. Eine Ablösesumme, die nach Ansicht von Ewald Lienen, FC St. Pauli, alle Dimensionen und Relationen gesprengt hat. Durch die "obszöne Summe" wurde in den Augen vom Kult-Trainer dem Fußball großer Schaden zugefügt. Andere Klubs würden nachziehen und die Transfersummen für jeden dritten Spieler läge bereits bei 40 bis 80 Millionen Euro.

"Die Ablösesumme ist schlicht und ergreifend obszön. Damit sind doch alle Relationen gesprengt worden, jeder dritte Spieler kostet jetzt 40 bis 80 Millionen Euro", sagte der Technische Direktor des Zweitligisten FC St. Pauli im Interview der Düsseldorfer Zeitung "Rheinische Post".

Klubs müssen trotz Investoren Eigenständigkeit bewahren

Neymar war 2017 für die bisher höchste Ablösesumme im Fußball vom FC Barcelona zum französischen Top-Club gewechselt. Das Problem des ganzen Ablöse-Wahnsinns liege seines Erachtens in Spanien, sagte Lienen. Dort schreibt ein Gesetz vor, dass jeder Spieler eine Klausel in seinem Vertrag haben muss, mit der er sich freikaufen kann. Bei Neymar wurde eine Fabel-Summe formuliert, die dann gezahlt wurde. "Es muss Grenzen geben, da sind die Clubs und die Verbände gefordert, dem Einhalt zu gebieten", forderte der frühere Bundesliga-Profi.

Beim Thema Investoren sieht Lienen die deutschen Clubs in der Verantwortung. Im Idealfall bringt ein Investor einen Verein voran. Aber die Clubs müssten ihre Eigenständigkeit bewahren. "Die kann allerdings auch verloren gehen, wenn ein Club nur 25 Prozent seiner Anteile abgibt, wenn er sich dabei total abhängig macht von einem Investor, siehe den Hamburger SV", sagte Lienen auch mit Blick auf den Einstieg des Investors Lars Windhorst bei Hertha BSC. Windhorst hatte in der Vorwoche für 125 Millionen Euro zunächst 37,5 Prozent der Anteile an der Profiabteilung des Clubs gekauft. Der FC St. Pauli hingegen versuche, in allen Bereichen nachhaltig zu sein, sagte Lienen.

(ce/dpa)

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