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Neustart für Deutschlands Fußball-Talente: "Projekt Zukunft"

11.2.2021 12:28 Uhr

Oliver Bierhoff ist auf großer Werbetour für das "Projekt Zukunft" unterwegs. "Wenn wir jetzt nicht handeln, verspielen wir die Zukunft des deutschen Fußballs", warnte der Direktor des Deutschen Fußball-Bundes dieser Tage bei einem seiner zahlreichen Medienauftritte.

Der 52-Jährige betonte dabei auch das, was nicht erst seit dem WM-Desaster von 2018 mit dem Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft immerzu angemahnt wird: "Wir werden für die Zukunft weniger Toptalente haben", sagte Bierhoff. "Ich wäre zuversichtlich, wenn wir das "Projekt Zukunft" starten und wichtige Maßnahmen angehen, dass wir dann auch für die Zeit nach 2024 und 2026 wieder gute Spieler haben", sagte er.

Reform des DFB für die Talentförderung in Deutschland.

Bierhoff wirbt sicher nicht ohne Grund gerade jetzt. Der umfassende Maßnahmenkatalog, den der DFB Ende des vergangenen Jahres erstmals einem kleinen Kreis präsentierte, befindet sich in der finalen Phase der Abstimmung mit Landesverbänden, Nachwuchsleistungszentren und Vereinen. Eine Optimierung der Talentförderung wird grundsätzlich begrüßt. Doch aus den 21 Landes- und Regionalverbänden werden auch Änderungen am Konzept aus der DFB-Zentrale eingefordert. Die Entwicklung der Spieler soll in den Mittelpunkt gestellt, Talente unabhängig von ihrem Geburtsmonat optimal gefördert werden. Die Entwicklung von Trainern soll verbessert, Wettbewerbe reformiert werden. Dies sieht auch eine Abschaffung von Junioren-Bundesligen vor - und dieser Plan stößt auch auf Widerstand.

Statt der Ligen in ihrer bisherigen Form soll es einen geschlossenen Wettbewerb der Clubs mit Nachwuchsleistungszentrum ohne Auf- und Abstieg geben. "Durch eine NLZ-Spielrunde können alle 56 Leistungszentren einen Wettbewerb auf höchstem Niveau austragen", begrüßte das Jochen Sauer, Leiter des FC Bayern Campus. Drastisch äußerte sich auch Union Berlins Geschäftsführer Oliver Ruhnert, der lange die Nachwuchsabteilung des FC Schalke 04 geleitet hat. "Ich wundere mich, dass man allen Ernstes glaubt, mit solchen Ideen den deutschen Fußball und den deutschen Nachwuchsfußball zu retten", sagte er im Dezember der "Süddeutschen Zeitung". Die geplante Abschaffung des sportlichen Wettbewerbs kritisiert er ebenso wie das vorgesehene geschlossene System der Leistungszentren.

(dpa)

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