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Neuseeland 100 Tage ohne Neuinfektionen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

10.8.2020 9:46 Uhr

Neuseeland liegt im südlichen Pazifik und seit mittlerweile 100 Tagen keine einzige Neuinfektion mit dem Coronavirus zu beklagen. Überhaupt sind die "Kiwis", wie sich die Neuseeländer selbst nennen, mit mehr als nur einem "blauen Auge" durch die Corona-Krise gekommen. Zu verdanken hat der Inselstaat das dem strikten Vorgehen seiner Regierung und der Bevölkerung, welche knallharte Maßnahmen umsetzte.

Neuseeland zählt 4,8 Millionen Einwohner auf einer Fläche von rund 270.000 Quadratkilometern. Das sind rund 800.000 Menschen mehr als in Rheinland-Pfalz. Wie die Johns-Hopkins-Universität meldet, zählte der Staat im Südpazifik 1569 Corona-Fälle und 22 Todesfälle bei derzeit noch 23 aktiven Fällen, die sich komplett in Quarantäne befinden. Seit mehr als 100 Tagen ist keine Neuinfektion hinzugekommen, wie das Gesundheitsministerium meldet. Dafür kann man der 40-jährigen Premierministerin Jacinda Ardern gratulieren, die mir ihrer Regierung sofort auf die Gefahr reagierte und mit einschneidenden Maßnahmen eine Ausbreitung des Coronavirus unterband.

Totaler Shutdown für rund einen Monat

Neuseeland zählte Ende März 39 Fälle des Coronavirus und die Regierung unter Ardern beschloss, das Land abzuschotten. Nur wer "Kiwi" ist, im Inselstaat lebt oder dort Familie hat, durfte einreisen – und das auch nur dann, wenn man sich in eine 14-tägige Quarantäne begibt, die geprüft wird. Knapp zwei Wochen nach der ersten Maßnahmenrunde wurde im Inselstaat der vollständige Shutdown ausgerufen – Ausgangssperre für vier Wochen. Nur für das Notwendigste durften die weiterhin geöffneten und systemrelevanten Geschäfte aufgesucht werden. Und diese schnellen Maßnahmen haben Wirkung gezeigt.

Selbst Ende April gab es noch den Shutdown, auch wenn sich die "Kiwis" wieder im Land freier bewegen durften. Bis heute gelten die gewissen Restriktionen. Es gibt keine Großveranstaltungen, die Grenzen sind geschlossen. Ferner gelten die bekannten Abstandregeln und sobald jemand Auffälligkeiten zeigt – Husten, Schnupfen, Muskelschmerzen – ist er angehalten, daheim zu bleiben. Und diese Maßnahmen werden auch zukünftig greifen. Ashley Bloomfield, Gesundheitsminister von Neuseeland, weiß, das Virus kann jederzeit wieder aufflammen. Darum, so Bloomfield, wird sich Neuseeland nicht auf seinem großen Erfolg ausruhen, den die disziplinierte Bevölkerung mitgetragen hat. Das Geheimnis des Erfolges der "Kiwis" war, sehr früh und allumfassend zu reagieren. Dabei half – neben der Selbstdisziplin der Bevölkerung - die Tatsache, dass man sich als Insel natürlich recht gut gegenüber eingeschleppten Infektionen abschotten kann.

(ce)

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