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Neugeborene siamesische Zwillinge sterben im Jemen

10.2.2019 16:57 Uhr

Nach dem eindringlichen Appel ihres Arztes konnten die zwei Wochen alten Jungen trotzdem nicht aus dem Bürgerkriegsland ausgeflogen werden. Sie starben am Samstag, wie das von den Huthi-Rebellen kontrollierte Gesundheitsministerium am Samstagabend mitteilte.

Es erklärte, verantwortlich dafür sei die Blockade der von Saudi-Arabien angeführten Koalition über den Flughafen der Hauptstadt Sanaa.

Der Fall der Zwillinge hatte in den vergangenen Tagen international Aufsehen erregt. Die beiden Jungen waren am Körper zusammengewachsen. Ärzte in Sanaa erklärten, ihnen fehle die medizinische Ausstattung, um die beiden operieren zu können. Sie forderten deshalb, die Zwillinge ins Ausland zu fliegen. Ein Ärzteteam eines staatlichen saudischen Zentrums bot dabei Hilfe an, dazu kam es jedoch nicht.

Bürgerkrieg seit vier Jahren

In dem bitterarmen Jemen tobt seit mehr als vier Jahren ein Bürgerkrieg. Die von Saudi-Arabien unterstützten Truppen der international anerkannten Regierung kämpfen gegen die Huthi-Rebellen. Der Flughafen der Hauptstadt Sanaa ist seit mehreren Jahren weitestgehend geschlossen und kann nur von den UN benutzt werden. Der Luftraum wird von der saudischen Koalition kontrolliert.

Vor allem für Kinder hat der Konflikt dramatische Folgen. Hilfsorganisationen warnen, dass in dem bitterarmen Land auf der Arabischen Halbinsel alle zehn Minuten ein Mädchen oder Junge an den Folgen von vermeidbaren Krankheiten und Mangelernährung stirbt.

(be/dpa)