imago images/UPI Photo

Neues Naturschutzgebiet im Westjordanland

16.1.2020 17:32 Uhr

Naftali Bennett, der israelische Verteidigungsminister, hat sieben neue Naturschutzgebiete im besetzten Westjordanland ausgewiesen. Dies sei das erste Mal seit den Friedensverträgen von Oslo Anfang der 1990-er Jahre, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Zwölf bestehende Naturschutzgebiete würden zudem vergrößert.

«Heute verleihen wir dem Land Israel große Stärke und entwickeln die jüdischen Siedlungen im C-Gebiet weiter», sagte Bennett demnach. Das C-Gebiet besteht aus den allein von Israel kontrollierten Flächen im Westjordanland. «Ich lade alle israelischen Bürger dazu ein, (...) nach Judäa und Samaria (Westjordanland) zu kommen, zu wandern, zu entdecken und das zionistische Unternehmen fortzuführen.»

Annektion während des Sechstagekrieges

Das Westjordanland teilt sich nach den Oslo-Friedensverträgen in drei Zonen auf: in Zonen unter alleiniger israelischer Kontrolle (C-Gebiet), gemeinsam mit den Palästinensern kontrollierte Regionen (B-Gebiet) und allein von der palästinensischen Autonomiebehörde kontrollierte Zonen (A-Gebiet). Die C-Zone macht dabei mehr als 60 Prozent der Gesamtfläche aus.

Die Siedlungspolitik Israels ist hoch umstritten. Der UN-Sicherheitsrat hatte Israel Ende 2016 zu einem vollständigen Siedlungsstopp in den besetzten Palästinensergebieten einschließlich Ost-Jerusalems aufgefordert. Siedlungen wurden in der UN-Resolution 2334 als Verstoß gegen internationales Recht und als großes Hindernis für Frieden in Nahost bezeichnet. Die USA teilten bisher diese Ansicht, rückten kürzlich aber davon ab.

Israel hat 1967 während des Sechstagekriegs unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600 000 israelische Siedler. Die Palästinenser wollen auf dem Gebiet einen unabhängigen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt errichten. Im Westjordanland leben rund 2,9 Millionen Palästinenser.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.