Hürriyet

Neue Pipeline verschärft Konflikt zwischen Russland und Aserbaidschan

8.10.2020 16:25 Uhr

Der Konflikt um Berg-Karabach belastet die Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Russland. Dies könnte sich weiter verschärfen, wenn die neue Gaspipeline in einem Jahr in Betrieb genommen wird, die die Gasverkäufe Moskaus nach Europa und an die Türkei weiter unter Druck setzen soll.

Die fast 35 Milliarden Euro teure Pipeline startet im aserbaidschanischen Feld Shah Deniz II. Die EU will so ihre Abhängigkeit vom russischen Gas minimieren. Auch die Türkei unterstützt das Projekt.

Bau geht trotz Konflikt weiter

Der Bau der Pipeline geht trotz des militärischen Konflikts mit Armenien um die Region Berg-Karabach weiter, sagte ein Sprecher von BP. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die russischen Ambitionen, seine Gaskapazitäten zu erhöhen, durch US-Sanktionen ausgehebelt werden. Der russische Konzern Gazprom plant, in diesem Jahr mindestens 170 Milliarden Kubikmeter (bcm) Gas nach Europa zu liefern.

Im ersten Halbjahr gingen die Erdgasexporte von Gazprom nach Europa, einschließlich der Türkei, um 18 Prozent auf 78,94 bcm zurück. Allein in die Türkei gingen sie um mehr als 40 Prozent auf 4,7 bcm zurück. Aserbaidschan hat in den letzten zwei Jahren über die TANAP-Pipeline fast 7 Milliarden bmc Gas in die Türkei geliefert. Dmitry Marinchenko, Analyst bei Fitch, geht davon aus, dass das Gas aus Aserbaidschan nicht alle Lieferungen von Gazprom ausgleichen könne. "Doch die Gaslieferungen aus Aserbaidschan können die Rivalität zwischen den beiden Staaten verschärfen", sagte er.

(an)

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