epa/Georgi Licovski

Nato verhandelt mit Nordmazedonien

5.2.2019 20:56 Uhr

Nordmazedonien hat nun offiziell die Beitragsverhandlungen mit der Nato beschlossen. Nach Beilegung des Namensstreits mit Griechenland soll dazu in der Bündniszentrale in Brüssel das sogenannte Beitrittsprotokoll unterzeichnet werden.

Für die mazedonische Regierung wird Außenminister Nikola Dimitrov zu der Zeremonie erwartet. Vonseiten der Nato nehmen Generalsekretär Jens Stoltenberg und die ständigen Vertreter der derzeitigen 29 Mitgliedstaaten teil.

Nach der Unterzeichnung des Beitrittsprotokolls werden Vertreter des Balkanlandes als Beobachter bereits an fast allen Bündnissitzungen teilnehmen können. Offizielles Vollmitglied wird der Staat nach Abschluss der nationalen Ratifizierungsverfahren. Dies dürfte 2020 der Fall sein. Die Nato wird dann 30. Mitglieder haben. Zuletzt war 2017 Montenegro aufgenommen worden.

Der Nato-Beitritt Mazedoniens wird möglich, weil sich das rund 2,1 Millionen Einwohner zählende Land nach einem jahrelangen Streit mit Griechenland bereit erklärt hat, seinen Namen in Nordmazedonien zu ändern. Die Regierung in Athen hatte dies gefordert, weil auch eine nordgriechische Provinz Mazedonien heißt und Gebietsansprüche befürchtet wurden.

Umbenennung bereits nächste Woche?

Durchsetzen konnte Griechenland seine Forderung, weil alle Entscheidungen bei der Nato im Konsens getroffen werden müssen. Das Land hatte deswegen seine Zustimmung für den Bündnisbeitritt an die Umbenennung Mazedoniens geknüpft. Griechenland selbst ist bereits seit 1952 Nato-Mitglied.

Die offizielle Umbenennung Mazedoniens in Nordmazedonien soll nach der Ratifizierung des Nato-Beitrittsprotokolls in Griechenland erfolgen. Dieser Schritt könnte nach Angaben aus Athen bereits gegen Ende der Woche erfolgen.

In Russland wird die Nato-Erweiterung auf den Balkan als Sicherheitsgefahr und deswegen äußerst kritisch gesehen. Bereits zur Aufnahme Montenegros hatte es aus Moskau geheißen, die weitere Expansion der Allianz schade Russland.

(an/dpa)

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