epa/Olivier Hoslet

Nato nach dem INF-Vertrag

12.2.2019 21:02 Uhr

Der Abrüstungsvertrag INF zwischen Russland und den USA läuft aus. Nun fängt die Nato an, sich auf diese Veränderung einzustellen. Die Nato-Verteidigungsminister würden bei ihrem Treffen ab Mittwoch beraten, "welche Schritte die Nato ergreifen sollte in einer Welt mit mehr russischen Raketen", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag in Brüssel.

Er bekräftigte, das Bündnis habe aber nicht "die Absicht, neue landgestützte Atomraketen in Europa zu stationieren".

Russland und die USA waren Anfang Februar aus dem INF-Abrüstungsvertrag ausgestiegen. Einigen sich beide Seiten nicht noch auf einen Erhalt des Abkommens, würde es nach einer Sechs-Monatsfrist Anfang August automatisch auslaufen. Das Abkommen verbietet landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können.

Moksau bestreitet Verstöße gegen den INF

Die USA und die Nato werfen Russland vor, mit seinem Marschflugkörper 9M729 gegen den INF-Vertrag zu verstoßen. Moskau bestreitet dies und sieht seinerseits Verstöße der Nato gegen die Vereinbarung.

"Wir planen für eine Welt ohne INF-Vertrag", sagte Stoltenberg. Er räumte ein, dass der 1987 geschlossene Vertrag nicht alle Länder mit Mittelstreckenraketen umfasse und nannte dabei China, Indien, Pakistan und Iran. Auch die Nato sehe deshalb "Gründe dafür, den INF-Vertrag zu erweitern und mehr Länder einzuschließen". Dies könne aber "keinesfalls eine Entschuldigung" dafür sein, dass Russland den Vertrag verletzte.

(an/afp)

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