Symbolbild: imago images/Bettina Straske

Narren wollen der Opfer von Hanau gedenken

20.2.2020 23:27 Uhr

Um 11.11. hat am Donnerstag der Straßenkarneval in Düsseldorf begonnen. Dieses Jahr soll dabei auch der Opfer von Hanau gedacht werden. "Sicher haben wir ein Lächeln heute auf dem Gesicht. Aber im Herzen sind wir wirklich bei den Menschen von Hanau, auch bei den Hinterbliebenen, an die wir ganz, ganz sicher denken", sagte der Kölner Karnevalsprinz Christian II. der Deutschen Presse-Agentur.

In Düsseldorf sagte der Präsident des Comitees Düsseldorfer Karneval, Michael Laumen, auf dem Rathausbalkon: "Wir sind bei den Opfern von Hanau. Unser Düsseldorfer Karneval ist multikulturell." Für Rosenmontag planen die Düsseldorfer einen Mottowagen zu Hanau. Karnevalswagenbauer Jacques Tilly sagte der dpa: "Es wird kein Wagen, über den man lachen kann, aber es wird ein Statement der Narren sein."

Schatten über den Rosenmontagszug

Rechtspopulismus und rechtsextreme Gegenkultur würden seit Jahren im Düsseldorfer Zug aufgespießt, sagte Tilly, dessen Wagen jedes Jahr international Aufmerksamkeit erregen. Anschläge in der Größenordnung wie in Hanau hätte er sich vor einigen Jahren noch nicht vorstellen können. "Das ist etwas, was sich wie ein Schatten über den Rosenmontagszug legt und über die Lebensfreude, die der Karneval eigentlich ausdrücken soll."

In Köln gab es eine Schweigeminute. Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn sagte: "Im Leben und vor allen Dingen im Karneval sind die Momente der überschäumenden Freude und des Feierns und die der Trauer und die stillen Momente immer nah beieinander. Heute, in den Stunden, überwiegt bei uns allen glaube ich die Fassungslosigkeit."

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die 2015 selbst von einem fremdenfeindlichen Attentäter lebensgefährlich verletzt worden war, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Dass solche schrecklichen Vorfälle sich häufen, ist ein Zeichen dafür, dass sich unsere Gesellschaft verändert. Und das dürfen wir auf keinen Fall zulassen."

In München wurde wegen der Gewalttat mit elf Toten der Weiberfasching auf dem Viktualienmarkt abgesagt. Eigentlich war geplant gewesen, dass die Faschingsgesellschaften mit ihren Prinzenpaaren und Garden sowie die Tanzenden Marktweiber bis zum Abend für "beste Unterhaltung" sorgen, wie es in einer Mitteilung hieß. In den vergangenen Jahren hatten rund 500 Menschen an der Veranstaltung teilgenommen. Ob der Faschingsdienstag in München mit deutlich mehr Narren stattfinden wird, blieb erst einmal unklar.

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