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Nürnberg will offenbar Kronzeugen vor DFB-Sportgericht anhören lassen

28.8.2019 17:43 Uhr

Am 9. September wird der Fall Bakery Jatta in Frankfurt verhandelt, nachdem Nürnberg als erster von drei Clubs Protest gegen den HSV eingelegt hat. Licht ins Dunkel der "Identitätskrise" soll offenbar der Präsident eines senegalesischen Erstligisten bringen.

Dies berichtet die Sport Bild. Seydou Sane, Präsident des senegalesischen Erstligisten Casa Sports, könne angeblich Beweise dafür liefern, dass Jatta beim Hamburger SV unter falscher Identität auflaufe. Bei dem Angreifer aus Gambia soll es sich um seinen ehemaligen Spieler Bakary Daffeh handeln. Daffeh spielte bis 2015 bei Casa Sports, dann soll er spurlos verschwunden sein.

Kein Kommentar aus Nürnberg

Nürnbergs Verantwortliche wollten den Bericht auf SID-Anfrage nicht kommentieren. "Wir befinden uns in einem laufenden Verfahren und möchten der Verhandlung beim DFB-Sportgericht nicht vorgreifen. Daher werden wir uns dazu nicht mehr äußern", teilten die Franken über einen Sprecher mit. Nach Informationen der Sport Bild wurde Sane offiziell vom Sportgericht als Zeuge vorgeladen und hat sein Erscheinen zugesichert. Die Verhandlung in Frankfurt/Main soll am Montag, den 9. September stattfinden. Nürnberg hat als erster von inzwischen drei Zweitligisten, die offiziell Protest eingelegt haben, noch bis Freitag Zeit, seinen Einspruch gegen die Wertung des HSV-Spiels (0:4) zu begründen. "Das sehe ich gelassen", sagte Jattas Rechtsanwalt Thomas Bliwier dem SID zu den neuesten Entwicklungen.

Auch das Bezirksamt ermittelt

Neben dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ermittelt auch das Bezirksamt Hamburg-Mitte. Jatta gab am Dienstag über seinen Anwalt die angeforderte Stellungnahme beim zuständigen Welcome-Center ab. "Wir haben die Vorwürfe zurückgewiesen", sagte Anwalt Bliwier. Er sei "natürlich zuversichtlich", dass das Verfahren eingestellt wird.Nun ist das Bezirksamt am Zug. Die Aussage Jattas sei "ein kleiner Baustein von vielen", sagte eine Behörden-Sprecherin dem SID. Zur Dauer des Prüfverfahrens wollte sie sich nicht näher äußern. "Es wird auf weitere Informationsquellen zurückgegriffen. Es ist völlig offen, was dabei herauskommt." Zwei Szenarien sind möglich: Entweder wird das Verfahren eingestellt oder es kommt zur Einleitung eines Rücknahmeverfahrens. Eine Entscheidung darüber wird nach SID-Informationen aller Voraussicht nach ebenfalls Anfang September fallen.

(be/afp)

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