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Nächster Chef von Daimler vor großen Herausforderungen

9.5.2019 16:41 Uhr

Auf den neuen Chef von Daimler, Ola Källenius, kommen schwere Zeiten zu, das fürchtet zumindest Dieter Zetsche. Dieser müsse einen Weg finden, um die Margen bei der Tochter Mercedes-Benz trotz der hohen Kosten für den Schwenk zur Elektromobilität zu verbessern, sagte Zetsche am Mittwochabend am Rande der Vorstellung des Mercedes E-Modells EQC in Oslo der Nachrichtenagentur Reuters.

"Es liegen viele Anstrengungen vor uns, wir sind in einer Situation der Abkühlung der Wirtschaft." Es werde in Zukunft nicht einfacher. Der Druck, in Elektro-Modelle und autonomes Fahren zu investieren, habe die Kosten für Forschung und Entwicklung bei Mercedes-Benz-Pkw auf 14 Milliarden Euro von rund acht Milliarden vor vier Jahren aufgebläht.

Trübe letzte Quartalsbilanz von Zetsche

Die letzte Quartalsbilanz unter dem langjährigen Konzernchef, der seinen Posten am 22. Mai an den Schweden Källenius übergibt, war trüb ausgefallen, der operative Gewinn schrumpfte um 16 Prozent. Die zentrale Aufgabe für Daimler sei nun, Elektroautos mit einer ordentlichen Rendite herzustellen, sagte Zetsche. "Ein wesentliches Kriterium wird sein, dass wir beweisen, dass wir adäquate Margen erreichen können." Das verlange auch der Kapitalmarkt. Daimler arbeite daran, dass das Realität werde.

In Oslo präsentierte Daimler das Luxus-E-Auto EQC, mit dem die Stuttgarter dem US-Elektro-Pionier Tesla Konkurrenz machen wollen. In die Massenproduktion von Elektroautos war der Konzern wegen Bedenken über die Reichweite und der Akzeptanz der Kunden eher zögerlich eingestiegen. Tesla hat sein Luxus-Modell S schon seit 2012 auf dem Markt. Auf die Frage, ob Daimler zu spät auf den Trend zur Elektromobilität gesprungen sei, sagte Zetsche: "Ich habe seit 40 Jahren gehört, dass die deutschen Hersteller alles verschlafen haben. Offensichtlich lieben die Kunden verschlafene Produzenten." Tesla habe der Elektromobilität den Weg bereitet und das Interesse erhöht.

(an/reuter)