epa/Abir Sultan

Nahost-Chef Shakir muss Israel verlassen

25.11.2019 16:24 Uhr

Am Montag muss Omar Shakir, der Regionalchef der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), Israel verlassen. Shakir werde am Abend ausreisen, teilte HRW auf seiner Webseite mit. "Die Ausweisung ist ein Zeichen der zunehmenden Angriffe der Behörden auf Menschenrechte", hieß es in der Stellungnahme.

Israels Höchstes Gericht hatte zu Monatsbeginn die Entscheidung des Innenministers Arie Deri bestätigt. Dieser begründete die Ausweisung damit, dass Shakir einen Boykott Israels unterstütze - was Shakir aber bestritt. Die Europäische Union hatte Israel aufgerufen, die Entscheidung zurückzunehmen.

Shakir werde ein anderes Büro beziehen

Shakir, ein amerikanischer Staatsbürger mit irakischen Wurzeln, ist bei Human Rights Watch für Israel und die Palästinensergebiete zuständig.

"Der Einsatz von Human Rights Watch gegen Menschenrechtsverstöße durch Israel, die Palästinenserbehörde und Hamas wird unter Leitung Shakirs fortgesetzt werden", teilte HRW mit. Shakir werde in der Region von einem anderen Büro der Organisation aus arbeiten.

HRW-Chef Kenneth Roth sagte: "Israel schließt sich heute Ländern wie Venezuela, Iran und Ägypten an, indem es HRW-Mitarbeiter blockiert." Israel werde aber Menschenrechtsverstöße nicht verbergen können. Er forderte internationalen Druck, um "die systematische Unterdrückung von Palästinensern unter der Besatzung" zu beenden.

Israel hat 2018 festgelegt, Aktivisten bestimmter Organisationen, die zu einem Israel-Boykott aufrufen, die Einreise zu verweigern.

(an/dpa)

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