Nadal gewinnt zum vierten Mal die US Open

9.9.2019 7:39 Uhr

Es war ein spannendes und vor allem emotionales Spiel. Nach fünf Sätzen konnte Rafael Nadal endlich aufatmen. Doch sein Gegner Medwedew hat es ihm wahrlich schwer gemacht.

Als nach Nadals Sieg auf dem großen Videowürfel im Arthur Ashe Stadium die Bilder von seinen bislang 19 Grand-Slam-Siegen gezeigt wurden, konnte der Spanier seine Tränen nicht mehr zurückhalten.

Auf dem abgedunkelten Centre Court saß der Tennis-Superstar auf seinem Stuhl und begrub sein Gesicht in den Händen. "Ich versuche eigentlich immer, meine Emotionen unter Kontrolle zu halten. Aber in diesem Moment war es unmöglich", sagte Nadal. Zuvor hatte der 33-jährige Spanier den Russen Daniil Medwedew in einem hochklassigen und dramatischen Finale in 4:50 Stunden mit 7:5, 6:3, 5:7, 4:6, 6:4 besiegt und damit seinen 19. Grand-Slam-Titel gefeiert.

Federer noch vorne

Nur der Schweizer Roger Federer hat bislang einmal mehr bei einem der vier wichtigsten Turniere der Welt gewonnen. Für Nadal war es der zweiten Grand-Slam-Triumph in diesem Jahr. Zuvor hatte er im Juni bereits die French Open in Paris gewonnen. In New York triumphierte er zum vierten Mal und kassierte 3,85 Millionen Dollar für seinen Erfolg.

"Es war ein unglaubliches Finale. Daniil hat unglaublich gespielt und gezeigt, warum er schon die Nummer vier der Welt ist, obwohl er erst 23 Jahre alt ist", sagte Nadal. "Er hat eine große Zukunft vor sich und wird sicher einige Grand-Slam-Turniere gewinnen." Medwedew zeigte sich nach der bitteren Niederlage in seinem ersten Grand-Slam-Finale als fairer Verlierer. "Was du für unseren Sport getan hast, ist unglaublich. 100 Millionen Kinder auf der Welt spielen wegen dir Tennis", sagte der Russe an Nadal gerichtet.

Nadal hatte gegen Medwedew zweieinhalb Sätze lang alles im Griff. Doch dann drehte der Russe mit dem Rücken zur Wand stehend auf und zwang den Favoriten in den fünften Satz. Es war das erste Mal seit sieben Jahren, dass ein Endspiel in New York wieder über die volle Distanz ging und das drittlängste Endspiel in der Geschichte des Turniers. "Im dritten Satz habe ich mir schon Gedanken gemacht, was ich gleich bei der Siegerehrung als Verlierer so sage", sagte Medwedew nach der Partie.

Williams geschlagen

Bei den Damen hatte am Vortag die 19 Jahre alte Kanadierin Bianca Andreescu ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert. Im Endspiel hatte sie die 37 Jahre alte Serena Williams mit 6:3, 7:5 besiegt und der Amerikanerin damit den 24. Grand-Slam-Sieg und die Einstellung des Rekordes der Australierin Margaret Court verwehrt. Andreescu ist die erste in diesem Jahrtausend geborene Spielerin, die bei einem Gran d-Slam-Turnier gewinnen konnten.

Bei den Damen stößt die junge Generation die Etablierten also immer mehr vom Thron, bei den Männern muss die Wachablösung dagegen noch ein bisschen warten, auch wenn Medwedew ganz nah dran war. Die letzten zwölf Grand-Slam-Turniere hieß der Sieger immer entweder Novak Djokovic, Rafael Nadal oder Roger Federer. Der letzte Champion, der nicht aus dem Kreis der großen Drei kam, war der Schweizer Stan Wawrinka bei den US Open 2016. Fast hätte er nun Medwedew geheißen. "Diese drei sind Legenden. Sie spielen unfassbares Tennis", sagte Medwedew. "Es ist schon schwer, einen Satz gegen sie zu gewinnen."

Neuer Star am Tennishimmel?

Der Russe war als Geheimfavorit nach New York gekommen und hatte dort seine starke Form in diesem Sommer bestätigt. In Washington und Montreal hatte er zuvor jeweils das Finale erreicht, die Generalprobe für die US Open in Cincinnati sogar gewonnen. 50 Siege hatte Medwedew vor dem Endspiel in diesem Jahr bereits errungen.

In Nadal fand er nun trotz einer bärenstarken Leistung aber seinen Meister. Kampflos wollte Medwedew die große Bühne jedoch nicht verlassen. Als er nach zwei verlorenen Sätzen auch im dritten Satz ein Break hinten lag und alle einschließlich ihm mit einem schnellen Ende rechneten, begann er plötzlich Alles oder Nichts zu spielen - und hatte damit Erfolg. Das Publikum tobte. Nadal wackelte, bekam mehrmals eine Bestrafung wegen Zeitspiels, aber er stürzte nicht.

(be/dpa)

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