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Nach Tod von elf Babys in Tunesien: Suche nach Ursache läuft

11.3.2019 14:07 Uhr

Im Fall des mysteriösen Sterbens von elf Neugeborenen in einem tunesischen Krankenhaus gehen die Behörden ersten Hinweisen auf eine Infektion nach.

Im Fokus stehe derzeit die Babynahrung, erklärte Gesundheitsministerin Sonia Ben Cheikh am Montag in einer Pressekonferenz. Es werde untersucht, an welcher Stelle der Zubereitungskette es mögliche Verunreinigungen gegeben habe.

Ende vergangener Woche waren auf einer Geburtsstation in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Tunis elf Babys innerhalb von 48 Stunden gestorben. Ein weiterer Todesfall eines Neugeborenen werde untersucht. Der tragische Fall spiegele aber auch den Verfall des staatlichen Gesundheitssystems wider, sagte die Interimsministerin. Nach Bekanntwerden der Todesfälle war der bisherige Gesundheitsminister Abderraouf Cherif zurückgetreten.

Leichen der Babys in alten Pappkartons an Eltern übergeben

Für großen Ärger in den sozialen Netzwerken sorgte zudem, dass Mitarbeiter des Krankenhauses die Leichen der verstorbenen Babys in alten Pappkartons an die Eltern übergeben hatten. Der tunesische Fernsehsender Nessma TV hatte zuvor berichtet, dass in den Pappkartons ursprünglich Spritzen und medizinische Geräte waren. Ministerin Ben Cheikh sprach von einer nicht zu akzeptierenden Vorgehensweise.

Nicht der erste Vorfall in tunesischen Kliniken

Bereits im Februar hatte es in zwei anderen tunesischen Kliniken Todesfälle unter Kindern gegeben. In Medien war damals die Rede von Masern. Das nordafrikanische Land steckt seit Jahren in einer Wirtschaftskrise, unter der auch die Gesundheitsversorgung leidet. Immer wieder demonstrieren Ärzte und Klinikpersonal gegen die schlechten Zustände in den Krankenhäusern.

(gi/dpa)