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Nach Protesten: Algeriens Premier will Experten in der Regierung

14.3.2019 15:37 Uhr

Der designierte Ministerpräsident Algeriens, Noureddine Bedoui, reagiert auf die Massenproteste in seinem Land und will eine Regierung aus Experten einsetzen. Er arbeite "Tag und Nacht" an der Bildung des kommenden Kabinetts und werde dabei die Forderungen der Straße einbeziehen, kündigte Bedoui am Donnerstag vor Journalisten in Algier an.

Demnach soll die neue Regierung bis Anfang kommender Woche stehen und alle "politischen Spektren" vertreten, auch die junge Generation.

In den vergangenen Wochen hatte es in Algerien immer wieder große Proteste gegen die geplante erneute Kandidatur des altersschwachen Staatschefs Abdelaziz Bouteflika bei der Präsidentenwahl gegeben. Getragen wurden die Demonstrationen vor allem von Studenten. Der 82-Jährige erklärte daraufhin am vergangenen Montag seinen Verzicht auf die Kandidatur und verschob die Abstimmung auf unbestimmte Zeit. Der bisherige Premierminister Ahmed Ouyahia trat zudem zurück.

Übergangsphase nicht länger als ein Jahr

Allerdings ist das weitere Verfahren unklar. Laut Bouteflika soll eine nationale Konferenz bis Ende des Jahres über Reformen beraten und eine neue Verfassung ausarbeiten. Bedoui zufolge soll die Übergangsphase nicht länger als ein Jahr dauern.

Die Opposition kritisiert jedoch, der Präsident habe eigenmächtig seine Amtszeit auf unbestimmte Zeit verlängert. Am Freitag werden trotz der Reformversprechen neue Proteste erwartet.

(an/dpa)