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Nach Korruptionsvorwürfen: Ukrainischer Präsident entlässt Mitarbeiter

4.3.2019 20:54 Uhr

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat kurz vor der Wahl einen engen Mitarbeiter entlassen. Der Vize-Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Oleg Gladkowski, soll einem Medienbericht zufolge an der illegalen Einfuhr militärischer Ausrüstung aus Russland in die Ukraine verdient haben. Er verkündete Gladkowskis Entlassung bei einem Wahlkampfauftritt.

"Weder sein Amt noch seine Beziehungen oder die Tatsache, dass er den Präsidenten schon lange kennt, werden ihn retten können", sagte Poroschenko bei der Rede, die auch live über seine Facebookseite übertragen wurde. Aktuell liegt Poroschenkos Herausforderer Wolodimir Selenski mit 25 Prozent Zustimmung in der Wählergunst vorn. Es folgen Poroschenko (17 Prozent) und die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko (16 Prozent).

Keine Beteiligung Poroschenkos

Journalisten des Rechercheverbunds "Unser Geld" hatten vergangene Woche berichtet, Gladkowski habe die russische Ausrüstung zusammen mit seinem Sohn zu überhöhten Preisen an staatliche Waffenfirmen weiterverkauft. Poroschenko selbst war dem Medienbericht zufolge nicht an den illegalen Geschäften beteiligt. Allerdings habe er vor den Aktivitäten seines Vertrauten die Augen verschlossen, berichtete die investigative Internet-Plattform Bihus.

Der Vorwurf, Gladkowski habe sich auf Kosten der ukrainischen Armee bereichert, wiegt in dem Land besonders schwer. In dem bewaffneten Konflikt zwischen Regierungstruppen und von Russland unterstützten Kämpfern im Osten des Landes wurden seit dem Jahr 2014 rund 13.000 Menschen getötet.

(an/afp)